13 June 2026, 22:17

Proteste in der Mailänder Scala: Warum die Preiserhöhung Stammgäste auf die Barrikaden treibt

Proteste gegen Preiserhöhungen im Scala

Proteste in der Mailänder Scala: Warum die Preiserhöhung Stammgäste auf die Barrikaden treibt

Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Proteste

Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für 36 Plätze im zweiten Rang um über 30 Prozent gestiegen. Die Erhöhung hat vor allem unter den treuen Stammgästen der oberen Ränge, den sogenannten „Loggionisti“, Empörung ausgelöst. Bei der Premiere von Giuseppe Verdis „Carmen“ am Montag kam es sogar zu Protesten: Aus den oberen Rängen regnete es Flugblätter als Zeichen des Widerstands gegen die Preisanpassung.

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Betroffen von der Erhöhung ist jedoch nur ein kleiner Teil der insgesamt 531 Plätze im Theater. Abo-Karten, die bisher 800 Euro kosteten, liegen nun bei 1.050 Euro, während die durchschnittlichen Steigerungen moderat ausfallen. Ein Platz im zweiten Rang steigt beispielsweise von 45,56 Euro in der Spielzeit 2025–26 auf 46,94 Euro im folgenden Jahr – ein Plus von nur 1,48 Euro.

Die Leitung der Scala spielt die Kritik herunter und bezeichnet die Reaktionen als übertrieben. Man verweist darauf, dass das Theater bereits mit Überschüssen wirtschaftet. Dennoch machen anstehende Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern und die geplante Verlegung der Werkstätten in den Stadtteil Rubattino die Anpassung notwendig. Intendant Fortunato Ortombina versicherte dem Publikum zudem, dass unter seiner Führung keine weiteren Preiserhöhungen geplant seien. Er betonte, dass die Ticketpreise zuvor ein Jahrzehnt lang unverändert geblieben waren.

Die Scala bleibt damit das teuerste Theater Europas – nur das Salzburger Festspiele-Programm weist noch höhere Preise auf. Die Änderungen erfolgen in einer Phase, in der die Institution zwischen finanzieller Stabilität und den Erwartungen ihrer engagierten Besucher abwägen muss. Die neue Preisstruktur ist bereits in Kraft getreten, weitere Erhöhungen sind vorerst nicht vorgesehen.

Quelle