23 March 2026, 12:22

Pro-feministischer Kongress in Berlin: Warum eine Journalistin nicht berichten durfte

Plakat der Berliner Secession mit einer Frau in einem grünen Kleid und einem Mann in einem schwarzen Anzug, mit Text, der das Ereignis beschreibt.

Pro-feministischer Kongress in Berlin: Warum eine Journalistin nicht berichten durfte

Pro-feministischer Kongress in Berlin löst Debatte aus, nachdem Journalistin von Berichterstattung ausgeschlossen werden sollte

Ein pro-feministischer Kongress, der am vergangenen Wochenende in Berlin stattfand, hat für Diskussionen gesorgt, nachdem die Veranstalter versucht hatten, einer Journalistin die Berichterstattung über die Veranstaltung zu untersagen. Die Teilnehmer trafen sich im Mehringhof in Kreuzberg, um über Kritik an Männlichkeit und antifeministische Ideologien zu diskutieren. Der Vorfall wirft Fragen zur Transparenz innerhalb von Männeraktivisten-Gruppen auf.

Der von Prof. Dr. Mart Busche von der Berliner Alice-Salomon-Hochschule geleitete Kongress bot eine kompakte Einführung in die Männlichkeitskritik. In Workshops wurden globale Bestrebungen thematisiert, traditionelle Männlichkeitsbilder infrage zu stellen, sowie die Gefahren des Antifeminismus als "Brückenideologie". Einige Teilnehmer kritisierten im Nachhinein, dass der Zugang für die Presse eingeschränkt wurde, und bezeichneten dies als Rückschritt für die Rechenschaftspflicht.

Ein Teilnehmer beschrieb Journalismus als ein "Geschenk", das für die Weiterentwicklung von Debatten notwendig sei, während ein anderer bedauerte, der Journalistin nicht sofort Solidarität gezeigt zu haben. Nach der Veranstaltung schickten die Organisatoren eine E-Mail an die Chefredakteurin der betreffenden Website, in der sie sich über die Anwesenheit der Reporterin beschwerten. Mehrere Teilnehmer äußerten zudem Unbehagen darüber, wie die Situation gehandhabt wurde.

Die Wurzeln der Veranstaltung reichen bis in die 1970er-Jahre zurück, als sich in Deutschland kritische Männergruppen als Reaktion auf feministische Forderungen nach männlichen Verbündeten bildeten. Beeinflusst von Protesten wie der Erschießung Benno Ohnesorgs 1967 und linken Bewegungen, zielten diese Gruppen darauf ab, patriarchale Strukturen abzubauen. Frühe feministische Kritik an männlicher Dominanz in der Protestkultur legte den Grundstein für spätere Selbstreflexion von Männern.

Der Kongress machte die anhaltenden Spannungen zwischen Transparenz und Aktivismus deutlich. Die anonym gebliebenen Organisatoren sahen sich mit Kritik konfrontiert, weil sie die Berichterstattung einschränken wollten. Teilnehmer betonen nun die Notwendigkeit größerer Offenheit in pro-feministischen Männergruppen, um Fortschritte zu sichern.

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