Polarisierende Legenden: Mannheim inszeniert Naidoo- und West-Musical über Radikalisierung
Marika HeinzXavier Naidoo und Kanye West - Zwei Biografien als Musical - Polarisierende Legenden: Mannheim inszeniert Naidoo- und West-Musical über Radikalisierung
Ein neues Musical über die umstrittenen Leben von Xavier Naidoo und Kanye West entsteht am Nationaltheater Mannheim
Die Produktion greift auf reale Ereignisse zurück. Xavier Naidoo, ein deutscher Sänger mit Migrationshintergrund, geriet wegen seiner Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen, darunter sogenannten Reichsbürgern, sowie der Verbreitung von QAnon-Verschwörungstheorien in die Kritik. Während der Pandemie verbreitete er umstrittene Aussagen zu Covid-19. Später veröffentlichte er ein Video, in dem er sein Bedauern über seine Verstrickung in Verschwörungsmilieus äußerte.
Der US-amerikanische Rapper Kanye West sorgte wiederholt mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen für Aufsehen. Seine öffentlichen Aussagen lösten in den vergangenen Jahren massive Empörung aus. Regie führt Nils Bultmann, die dramaturgische Bearbeitung übernimmt Joana Tischkau. Das 2024 angekündigte Musical befindet sich noch in der Entwicklung. Der Arbeitstitel Freisein deutet auf Themen wie Einflussnahme und ideologische Vereinnahmung hin. Das Nationaltheater Mannheim präsentiert das Projekt als kritische Auseinandersetzung mit Radikalisierungsprozessen. Die Förderung durch den Fonds für kulturelle Projekte des Bundes unterstreicht seine gesellschaftliche Relevanz, doch das endgültige Drehbuch und die Inszenierung sind noch in Arbeit.
Das Musical wird Naidoos und Wests polarisierende Karrieren auf die Bühne bringen. Indem es ihren Abstieg in extremistische Rhetorik nachzeichnet, will die Produktion die Gefahren von Desinformation reflektieren. Ein Premierentermin steht noch nicht fest.






