Peter Konwitschnys Fall: Vom gefeierten Regisseur zur polarisierenden Theaterfigur
Karl-Friedrich WielochPeter Konwitschnys Fall: Vom gefeierten Regisseur zur polarisierenden Theaterfigur
Der deutsche Theaterregisseur Peter Konwitschny, einst gefeiert für seine kühnen Inszenierungen, sieht sich nun scharfer Kritik ausgesetzt. Ein ehemaliger Bewunderer äußert Enttäuschung und bezeichnet seine jüngsten Produktionen als abgestanden, sein Verhalten zunehmend erratisch. Der für seine leidenschaftliche, oft hitzige Art bekannte Regisseur ist zu einer polarisierenden Figur in der Opernwelt geworden.
Der Autor erinnert sich an eine Zeit, in der Konwitschnys Inszenierungen bleibenden Eindruck hinterließen. Noch kniete er ehrfürchtig vor dessen Lohengrin und spendete begeisterten Applaus für Siegfried – einst galt der Regisseur als visionär. Doch heute wirft man ihm vor, in alten Mustern festzustecken, seine Regie-Tricks seien längst abgenutzt.
Hinter den Kulissen soll es zu Wutausbrüchen, Beleidigungen und machohaftem Gebaren gekommen sein. Der Autor zeichnet das Bild eines „desorientierten alten Mannes der Bühne“, dessen Methoden eher berechenbar als bahnbrechend wirken. Besonders seine jüngste Attacke auf Richard Strauss’ Die Frau ohne Schatten – als frauenfeindlich gebrandmarkt – sorgte in Bonn für empörte Reaktionen. Die Kritik geht über künstlerische Entscheidungen hinaus: Konwitschnys unermüdlicher Kampf um Anerkennung habe fast kriegerische Züge angenommen und manche seiner einstigen Förderer verprellt. Der Autor zieht sogar Parallelen zu Thomas Gottschalk, dem Moderator, dessen Wandel von Innovation zu Selbstbespiegelung an Konwitschnys Niedergang erinnere.
Doch trotz aller Frustration bleibt ein Funke Hoffnung. Der Autor wünscht sich, der Regisseur möge seine Liebe zur Oper wiederentdecken, die abgedroschenen Routinen hinter sich lassen und jene Kreativität neu entfachen, die einst seine Karriere prägte.
Konwitschnys Erbe – 1992 mit dem Konrad-Wolf-Preis ausgezeichnet – steht nun an einem Scheideweg. Sein einst revolutionärer Stil gerät wegen Wiederholungen und persönlicher Exzesse in die Schusslinie. Ob es ihm gelingt, an frühere Glanzleistungen anzuknüpfen oder ob er sich weiter in der Kontroverse verliert, bleibt offen.






