07 May 2026, 10:19

NRW-Polizei setzt auf KI und OSINT für digitale Ermittlungen der Zukunft

Ein Mann mit einem freundlichen Gesichtsausdruck in einem Anzug und Krawatte steht vor einem unscharfen Hintergrund, mit Text auf der rechten Seite, der lautet: "Teil des starken Städtenetzwerks zu sein bedeutet, dass ich Zugang zu Wissen und Werkzeugen habe, um gewaltsamen Extremismus in Frage zu stellen."

NRW-Polizei setzt auf KI und OSINT für digitale Ermittlungen der Zukunft

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht die Open-Source-Intelligenz (OSINT), die durch erweiterte Teams, digitale Streifen und KI-gestützte Werkzeuge gestärkt wird. Die Behörden wollen Beamte darin schulen, öffentlich zugängliche Daten – etwa aus sozialen Medien – effizienter zu sammeln und auszuwerten.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Abteilung deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, umfasst heute 16 Spezialisten, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Unter der Leitung von Fabian Coenen, dem 42-jährigen Leiter der Unterabteilung 22.2, konzentriert sich das Team auf politisch motivierte Kriminalität und schnelle Einsatzunterstützung in dringenden Fällen.

Im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“ wurden zehn neue Beamte für das LKA eingestellt, sechs davon in Coenens Einheit. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Polizeibehörden wurden zudem in OSINT-Methoden geschult. Die Einheiten arbeiten eng zusammen, tauschen Wissen aus und verbessern so durch strukturierte Zusammenarbeit die Ermittlungsarbeit.

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Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Beamter und Dozent an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalentwicklung (LAFP) in Neuss, leitet die Schulungen. Seine Kurse richten sich sowohl an neue LKA-Mitarbeiter als auch an Beamte der „Digitalen Streife“. Ein maßgeschneidertes Online-Tool, das Restemeyer mit anderen Experten entwickelt hat, stellt sicher, dass die Teilnehmer nach der Ausbildung einsatzbereit sind und rechtliche Vorgaben einhalten.

Das Ziel ist klar: OSINT soll für alle Ermittler zugänglich werden. Durch gebündeltes Fachwissen und den Einsatz von Schwarmintelligenz will die Polizei schneller und effektiver auf digitale Bedrohungen reagieren.

Die OSINT-Offensive markiert einen Wandel in der Herangehensweise der nordrhein-westfälischen Polizei bei Online-Ermittlungen. Mit mehr geschulten Beamten, spezialisierten Werkzeugen und systematischer Zusammenarbeit ist die Behörde nun besser gerüstet, um öffentlich verfügbare Daten zu überwachen und auszuwerten. Der Ausbau stärkt zudem die Unterstützung bei Einsätzen mit Bezug zur nationalen Sicherheit und politisch sensiblen Ereignissen.

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