Nowruz in Berlin: Ein Fest zwischen Tradition und Widerstand wird lebendig
Karl-Friedrich WielochNowruz in Berlin: Ein Fest zwischen Tradition und Widerstand wird lebendig
Nowruz, ein seit über 3.000 Jahren gefeiertes Fest, findet diese Woche in ganz Berlin statt. Die Veranstaltung vereint Traditionen kurdischer, iranischer, afghanischer und zentralasiatischer Gemeinschaften. Die Organisator:innen möchten dabei sowohl die tiefen kulturellen Wurzeln des Festes würdigen als auch auf die modernen Herausforderungen eingehen, mit denen viele Familien konfrontiert sind.
Weltweit begehen mehr als 300 Millionen Menschen in über 20 Ländern – von den Balkanstaaten bis Zentralasien – jedes Jahr Nowruz. Das Fest, das je nach Region unterschiedlich geschrieben und ausgesprochen wird, umfasst Bräuche wie Drachenbau, Eierbemalung und traditionelle Tänze. In Berlin haben sich sieben lokale Vereine mit dem Humboldt Forum zusammengeschlossen, um die vielfältigen Traditionen zu präsentieren.
Das Humboldt Forum richtet Nowruz in diesem Jahr erstmals aus und lenkt damit den Blick auf ein Fest, das oft verboten war. In Iran und Afghanistan ist die Feier nach wie vor untersagt, was den diesjährigen Veranstaltungen in Berlin eine besondere Bedeutung verleiht. Im Haus der Kulturen der Welt hat Kuratorin Ava Irandoost den Fokus vollständig auf persische Kultur und Künstlerinnen gelegt und Nowruz als Akt des Widerstands gegen jahrzehntelange Unterdrückung inszeniert.
Auch andere Veranstaltungsorte wie das Gorki Theater, der Oranienplatz und das Waterloo Ufer 7 bieten Musik, Tanz und Performances. Das Programm verbindet klassische persische Musik mit kurdischem Rock und spricht damit ein breites Publikum an. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: iranische und afghanische Perspektiven" widmet sich der Rolle des Festes in Zeiten der Not.
Die diesjährigen Feierlichkeiten finden in einer Phase der Unsicherheit für viele Familien statt. Die Berliner Veranstaltungen sollen die Nowruz-Traditionen bewahren und gleichzeitig die Schwierigkeiten anerkennt, mit denen die Feiernden konfrontiert sind. Die Organisator:innen hoffen, dass das Fest Verbindung und Widerstandsfähigkeit zwischen den Gemeinschaften stärkt.






