Nordkurier liefert Zeitungen künftig abends – und setzt auf neues Logistiknetz
Karl-Friedrich WielochNordkurier liefert Zeitungen künftig abends – und setzt auf neues Logistiknetz
Nordkurier Media Group stellt Zeitungszustellung um: Abends statt morgens
Die Nordkurier Media Group ändert die Auslieferung ihrer gedruckten Zeitungen. Künftig werden Titel wie der Nordkurier und die Schwäbische Zeitung abends statt morgens zugestellt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender Kosten und sinkender Verkaufszahlen, die die frühmorgendliche Auslieferung für den Verlag unwirtschaftlich machen.
Die Entscheidung ist das Ergebnis jahrelanger Rückgänge bei den Print-Auflagen und höherer Mindestlöhne. Die morgendliche Zustellung sei zu teuer geworden, hieß es – der Konzern musste sein Vorgehen überdenken. Ein Test in ausgewählten Regionen zeigte, dass die Abendzustellung gut funktioniert und die Leserschaft sich schnell daran gewöhnt hat.
Das Unternehmen baut nun ein eigenes Logistiknetz auf, um die Auslieferung zu organisieren. Dieses System soll nicht nur Zeitungen transportieren, sondern auch Pakete, Lebensmittel, Medikamente und Briefe. Bereits jetzt nutzt der Paketdienst Hermes das Netzwerk für eigene Sendungen.
Mit der Umstellung erscheint die Printausgabe von Dienstag bis Sonntag – also siebenmal pro Woche statt wie bisher sechsmal. Die digitale Ausgabe wird weiterhin täglich aktualisiert, sodass Leserinnen und Leser weiterhin morgens über das Tagesgeschehen informiert werden. Die vollständige Umstellung auf die Abendzustellung soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.
Verlage, die keine ähnlichen Maßnahmen ergreifen, könnten vor einer schwierigen Zukunft stehen. Wer sich nicht anpasst, könnte gezwungen sein, seine gedruckten Zeitungen in der Region nur noch digital anzubieten.
Ziel der Umstellung ist es, Kosten zu senken und gedruckte Zeitungen langfristig zu erhalten. Mit dem neuen Logistiksystem plant die Gruppe, ihre Zustelldienste über den Zeitungsvertrieb hinaus auszubauen. Der Erfolg der Pilotphase deutet darauf hin, dass die Leserschaft bereit für den Wandel ist – kleinere Verlage könnten jedoch Schwierigkeiten haben, nachzuziehen.






