Niedersachsen diskutiert den Internationalen Frauentag als neuen Feiertag
Marika HeinzNiedersachsen diskutiert den Internationalen Frauentag als neuen Feiertag
In Niedersachsen läuft eine Kampagne, den Internationalen Frauentag zu einem offiziellen Feiertag zu erklären. Die von einem Bündnis aus Gewerkschaften und Frauenrechtsorganisationen vorangetriebene Initiative hat bereits tausende Unterstützerunterschriften gesammelt. Bei Erfolg würde damit ein elfter Feiertag in den Kalender des Bundeslandes aufgenommen – das derzeit die wenigsten gesetzlichen Feiertage aller deutschen Länder aufweist.
Anfang 2024 startete ein Zusammenschluss aus DGB, Ver.di und dem Landesfrauenrat eine Petition, um den 8. März zum gesetzlichen Feiertag zu erheben. Die Unterschriftensammlung brachte über 5.000 Unterstützer zusammen und wurde anschließend dem Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtages vorgelegt, bevor sie ins Plenum gelangte.
Das Innenministerium prüft den Vorschlag nun. Damit das Vorhaben vorankommt, müsste eine Fraktion einen offiziellen Antrag einbringen, um das Datum gesetzlich zu verankern. Unklar bleibt jedoch, wie das Verfahren im Anschluss genau aussehen würde.
Die Befürworter planen, in den Dialog mit Abgeordneten zu treten und an der nächsten Plenarsitzung am Mittwoch teilzunehmen, um für ihre Forderung zu werben. Sie argumentieren, der Feiertag würde regelmäßig Diskussionen über Gleichberechtigung, politische Teilhabe und Vereinbarkeit von Beruf und Familie anstoßen – auch in Schulen, die an diesem Tag geschlossen blieben. Wirtschaftverbände äußerten zwar Bedenken wegen möglicher wirtschaftlicher Folgen, doch Ver.di verweist auf Studien, die keine negativen finanziellen Auswirkungen nachweisen.
Niedersachsen hat derzeit nur zehn gesetzliche Feiertage – weniger als jedes andere Bundesland. Wie es mit der Initiative weitergeht, hängt nun vom Parlament ab. Bei einer Zustimmung würde der 8. März zu einem Tag der Reflexion über Frauenrechte und gesellschaftspolitische Themen.
