Nicole Razavi wird neue Verkehrsministerin in Baden-Württemberg
Karl-Friedrich WielochNicole Razavi wird neue Verkehrsministerin in Baden-Württemberg
Nicole Razavi steht kurz davor, neue Verkehrsministerin von Baden-Württemberg zu werden. Sie löst Winfried Hermann ab, der nach 15 Jahren im Amt zurücktritt. Der Wechsel ist Teil der neuen Grün-CDU-Koalitionsregierung des Landes.
Razavi, die seit fast zwei Jahrzehnten Landtagsabgeordnete ist, wechselt von ihrem bisherigen Posten als Bauministerin in die neue Rolle. Ihre Ernennung markiert einen Führungswechsel in der Verkehrspolitik – einem Bereich, in dem sie in der Vergangenheit mit der scheidenden grün-roten Landesregierung aneinandergeriet.
Sie war eine scharfe Kritikerin der bisherigen Verkehrsstrategien, unterstützte aber gleichzeitig große Schienenprojekte wie Stuttgart 21. Das langjährige und umstrittene Bahnmodernisierungsvorhaben fällt nun in ihren Verantwortungsbereich. Ihre Haltung zur Balance zwischen Infrastrukturausbau und Nachhaltigkeit wird künftige Entscheidungen prägen.
Hermann hinterlässt ein Erbe aus ausgebauten Bahnnetzen, Radwegen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Als prägende Figur der Grünen stand er für Baden-Württembergs Kurs hin zu umweltfreundlicherer Mobilität. Sein Rückzug folgt auf eine lange Karriere, die sich auf die Verringerung der Autonutzung und die Stärkung des öffentlichen Verkehrs konzentrierte.
Razavis Amtszeit beginnt mit unmittelbaren Herausforderungen, darunter die Fertigstellung von Stuttgart 21. Das Projekt, das den Stuttgarter Bahnknoten modernisieren soll, leidet unter Verzögerungen und Budgetproblemen. Ihre Regierungserfahrung und frühere Unterstützung für das Vorhaben deuten auf Kontinuität hin, doch ihr Ansatz könnte sich von dem Hermanns unterscheiden.
Mit dem Wechsel übernimmt Razavi ein Ressort, das für die Verkehrszukunft des Landes zentral ist. Ihre Führung wird entscheiden, wie Projekte wie Stuttgart 21 unter der neuen Koalition vorankommen. Zu ihren Aufgaben gehört auch, den Schwung bei Radverkehr, Schienenausbau und Ladeinfrastruktur aufrechtzuerhalten, den ihr Vorgänger angestoßen hat.






