Neuköllns SPD-Streit eskaliert: Bezirksbürgermeister rügt Bildungsstadträtin wegen Israel-kritischer Likes
Svenja HeringNeuköllns SPD-Streit eskaliert: Bezirksbürgermeister rügt Bildungsstadträtin wegen Israel-kritischer Likes
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat die Bildungsstadträtin Janine Wolter offiziell wegen ihrer Aktivitäten auf Instagram gerügt. Im Mittelpunkt stehen Beiträge im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt. Wolter ist die SPD-Kandidatin für die Nachfolge Hikels als Leiterin des Neuköllner Bezirksamts.
Der Streit begann, nachdem Wolter Beiträge eines politischen Influencers gelikt oder geteilt hatte, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Zwar hatte sie die Inhalte nicht selbst veröffentlicht, doch Hikel warf ihr mangelnde Zurückhaltung und Neutralität vor. Wolter reagierte mit der Erklärung, sie werde sich künftig nicht mehr mit den Beiträgen des Influencers beschäftigen und folge diesem auch nicht.
Sie präzisierte, dass es sich um einen einzelnen Beitrag vom Oktober 2025 gehandelt habe, der nach 24 Stunden wieder verschwunden sei. Der Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint hatte zuvor über den Vorfall berichtet. Die Rüge wurde offiziell während der jüngsten Sitzung der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung am Mittwochabend thematisiert.
Wolters Kandidatur als künftige Bezirksbürgermeisterin Neuköllns war auf einem Parteitag bestätigt worden. Die Neuköllner SPD-Führung hatte sie bereits im November als Hikels Nachfolgerin nominiert. Die offizielle Rüge unterstreicht die Spannungen innerhalb der lokalen SPD über den Umgang mit sozialen Medien. Wolters Nominierung bleibt zwar bestehen, doch der Vorfall hat ihre Online-Aktivitäten in den Fokus gerückt. Die Bezirksverordnetenversammlung hat den Konflikt nun offiziell zur Kenntnis genommen.
