Neuer Anstieg: Immer mehr Spätaussiedler aus Kasachstan kommen nach Deutschland
Karl-Friedrich WielochNeuer Anstieg: Immer mehr Spätaussiedler aus Kasachstan kommen nach Deutschland
Die Zahl der Spätaussiedler aus Kasachstan, die nach Deutschland kommen, hat in den vergangenen drei Jahrzehnten starke Schwankungen erlebt. In den 1990er-Jahren und zu Beginn der 2000er wanderten jährlich Zehntausende ein. Aktuelle Zahlen zeigen nun erneut einen deutlichen Anstieg – das Aufnahmelager Friedland in Niedersachsen bleibt dabei das zentrale Anlauf- und Bearbeitungszentrum für Neuankömmlinge.
In den 1990er-Jahren verließen jährlich Tausende ethnische Deutsche Kasachstan in Richtung Deutschland. Dieser Trend hielt bis in die frühen 2000er an, mit Spitzenwerten von über 38.000 registrierten Personen in einigen Jahren. Doch bis 2010 sank die Zahl der kasachischen Spätaussiedler drastisch auf nur noch 508.
Der Rückgang setzte sich 2012 fort, als lediglich 422 Menschen erfasst wurden. Jahre lang blieben die jährlichen Zugangszahlen im niedrigen vierstelligen Bereich. 2024 jedoch stieg die Zahl auf etwa 2.546 an.
Friedland ist nach wie vor die einzige zentrale Aufnahme- und Registrierungseinrichtung für Spätaussiedler in Niedersachsen. Neben der Bearbeitung der Ankünfte koordiniert das Lager auch Integrationsmaßnahmen wie Sprachkurse und Orientierungsprogramme.
2025 wurden im Aufnahmelager 4.238 Personen registriert, davon 1.079 aus Kasachstan. Im selben Jahr prüften die Behörden 6.209 Anträge auf Anerkennung als Spätaussiedler, von denen nur 3.700 bewilligt wurden.
Die aktuellen Daten bestätigen einen spürbaren Anstieg kasachischer Spätaussiedler im Vergleich zu den Vorjahren. Friedland bleibt weiterhin zentral – sowohl für die Registrierung als auch für die Integrationshilfen. Mit einer Bewilligungsquote von unter 60 Prozent im Jahr 2025 bleibt das Auswahlverfahren streng.






