Mönchengladbachs Wohnungsbau boomt trotz bundesweitem Tiefstand in NRW
Eberhard KuhlMönchengladbachs Wohnungsbau boomt trotz bundesweitem Tiefstand in NRW
Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau und übertrifft damit sowohl den regionalen als auch den bundesweiten Trend bei Weitem. Während Nordrhein-Westfalen einen 14-Jahre-Tiefstand bei Neubauten erlebt, wurden in der Stadt 2025 fast dreimal so viele Wohnungen fertiggestellt wie im Vorjahr.
Der Bauboom in Mönchengladbach zeigte sich besonders 2025: 758 neue Wohnungen entstanden – ein Anstieg gegenüber nur 260 im Jahr 2024. Damit erreichte die Stadt eine Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und belegte unter den kreisfreien Städten des Landes Platz drei. In ganz Nordrhein-Westfalen hingegen sanken die Fertigstellungen um 9,4 Prozent auf 37.185 – der niedrigste Wert seit 2011.
Auch die Baugenehmigungen in Mönchengladbach stiegen 2025 kräftig um 73,6 Prozent. Dies steht im scharfen Kontrast zur gesamten Region, wo die Genehmigungen seit 2020 um 27,4 Prozent zurückgegangen sind. Die Stadt trieb den Wohnungsbau mit Nachdruck voran, unter anderem durch 43,2 Millionen Euro an Fördermitteln für 218 Wohneinheiten – fast so viel wie im Rekordjahr 2024.
Parallel zum Baugeschehen stiegen auch die Kosten. Der Preisindex für Wohngebäude kletterte Anfang 2025 um weitere 3,2 Prozent und verschärfte die finanzielle Belastung. Bundesweit liegen die Zinsen für Baufinanzierungen mittlerweile zwischen drei und vier Prozent – nach nahezu null Prozent noch 2022.
Mönchengladbachs Engagement beschränkt sich nicht auf private Vorhaben. 2023 pumpte die Stadt 43 Millionen Euro in die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau. Die Investitionen in den sozialen Wohnungsbau stiegen ebenfalls dramatisch: 2024 wurden 274 Prozent des Budgets ausgeschöpft – 2021 waren es gerade einmal fünf Prozent.
Die Bauquote der Stadt liegt nun 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Angesichts steigender Kosten und rückläufiger Aktivitäten in der Region hebt sich Mönchengladbach deutlich ab. Durch den Fokus auf Fördermittel, kommunale Investitionen und zügige Genehmigungsverfahren gelingt es der Stadt, Wachstum zu generieren, während andere Gebiete kämpfen.






