Merz im Clinch mit der JU: Rentenreform spaltet die CDU vor Bundestagsabstimmung
Svenja HeringFriedrich Merz bei der Deutschland-Tagung: Die Stille nach der Äußerung - Merz im Clinch mit der JU: Rentenreform spaltet die CDU vor Bundestagsabstimmung
Eskalation beim Deutschlandtag: Merz gerät mit JU in Streit über Rentenreform
Die Stimmung auf dem Deutschlandtag der JU heizte sich auf, als CDU-Chef Friedrich Merz mit dem Jugendverband seiner Partei über die geplante Rentenreform aneinandergeriet. Am 15. November 2025 sah sich Merz mit offener Rebellion konfrontiert: Delegierte warfen ihm vor, konservative Grundsätze für Koalitionskompromisse zu opfern. Der Konflikt droht nun, ein zentrales Rentengesetz zu verzögern, das Anfang Dezember im Bundestag zur Abstimmung stehen soll.
Der Eklat ereignete sich in Rust, wo Merz vor der JU sprach – mitten in wachsender Verärgerung über die Rentenvorhaben der Regierung. Der Koalitionsvertrag sieht vor, das Rentenniveau ab 2031 bei 48 Prozent festzuschreiben. Die JU jedoch fordert schärfere Maßnahmen: einen Stopp bei den Sozialabgaben-Erhöhungen und eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Ihr Vorsitzender, Pascal Reddig, erklärte unmissverständlich, man werde in dieser Frage nicht nachgeben – und erntete dafür stehende Ovationen der Delegierten.
Merz versuchte zu vermitteln und warb um Unterstützung für einen Kompromiss, betonte zugleich aber, er werde das Rentengesetz „mit reinem Gewissen“ mittragen. Doch konkrete Zugeständnisse blieb er schuldig, was viele Delegierte in Rage brachte. Auf seine Worte folgte Schweigen, das die Kluft zu seinen einstigen Unterstützern weiter vertiefte. Der Streit beschränkt sich nicht auf die Rente: Bereits zuvor hatte die JU die Mietrechtsreform der Koalition abgelehnt und ihr mangelnde Generationengerechtigkeit vorgeworfen. Merz, der sich einst mit der Jugendorganisation in Fragen von Schuldenpolitik und Altersvorsorge einig zeigte, steht nun unter dem Vorwurf des Verrats. Seine Warnung vor einem „Wettlauf nach unten“ bei den Renten – mit der Frage, wer das niedrigste Niveau bieten wolle – konnte die Gemüter nicht beruhigen.
Die Zeit wird knapp: Das Rentengesetz muss in der ersten Dezemberwoche in den Bundestag eingebracht werden, um noch vor Weihnachten verabschiedet zu werden. Ohne Rückendeckung der JU aber bleibt fraglich, ob es Merz gelingt, seine Partei hinter sich zu vereinen.
Der Deutschlandtag offenbarten eine klare Zäsur zwischen Merz und der JU – und erschwert damit die Durchsetzung der Rentenreform. Angesichts der nahenden Bundestagsfrist muss die CDU nun entweder die internen Konflikte entschärfen oder riskieren, das Gesetz zu verzögern. Die kommenden Wochen werden sowohl Merz’ Führungskraft als auch die Stabilität der Koalition auf die Probe stellen.






