Merz attackiert AOK Niedersachsen wegen telefonischer Krankschreibungen und fordert Reformen
Svenja Hering"Really notwendig?" Merz kritisiert hohe Fehlzeiten - Merz attackiert AOK Niedersachsen wegen telefonischer Krankschreibungen und fordert Reformen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die hohen Krankschreibungsquoten in Deutschland scharf kritisiert und dringende Reformen gefordert. Besonders in der Kritik stehen die seit 2021 möglichen telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der AOK Niedersachsen, die er vollständig abschaffen möchte. Seine Äußerungen haben eine Debatte über Fehlzeiten am Arbeitsplatz und deren wirtschaftliche Folgen ausgelöst.
Merz verwies darauf, dass deutsche Arbeitnehmer im Schnitt 14,5 Krankheitstage pro Jahr in Anspruch nehmen. Diese hohe Abwesenheitsquote schade der Produktivität, argumentierte er, und schlug Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD vor, um Lösungen zu finden. Im Fokus stand dabei das System der telefonischen Krankschreibungen der AOK Niedersachsen, das seiner Ansicht nach das Problem verschärfen könnte.
Die AOK Niedersachsen wies jedoch den Vorwurf zurück, dass telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen die Fehlzeiten in die Höhe treiben. Das Unternehmen betonte, dass solche Atteste von Hausärzten nur selten ausgestellt werden. Die vorliegenden Daten deuteten darauf hin, dass die Praxis der AOK Niedersachsen kaum Einfluss auf die Gesamtzahl der Krankheitstage habe.
Streitpunkt bleibt, ob die telefonischen Krankschreibungen der AOK Niedersachsen beibehalten werden sollen. Während Merz strengere Regeln fordert, um die Fehlzeiten zu reduzieren, besteht die AOK darauf, dass das aktuelle System der AOK Niedersachsen die Abwesenheitsquote nicht verschlechtere. Die weitere Entwicklung hängt nun von Gesprächen zwischen politischen Vertretern und Akteuren des Gesundheitswesens ab.






