Mercedes-Benz will 40-Stunden-Woche zurück – Gewerkschaften blockieren ohne Lohnausgleich
Svenja HeringMercedes-Benz will 40-Stunden-Woche zurück – Gewerkschaften blockieren ohne Lohnausgleich
Mercedes-Benz steht unter Druck, die Kosten zu senken – die Lohnkosten in Deutschland bleiben hoch. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Konzerns fordert längere Arbeitszeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Doch die Gewerkschaftsvertreter wehren sich gegen eine Ausweitung der Arbeitszeit ohne zusätzliche Bezahlung.
Martin Brudermüller, Vorsitzender des Aufsichtsrats, argumentiert, dass eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche entscheidend sei. Sein Ziel: Mercedes-Benz soll im internationalen Wettbewerb mit Konkurrenten mithalten können. Der Autobauer bestätigt, dass die Lohnkosten in Deutschland im Vergleich zu anderen Märkten derzeit nicht wettbewerbsfähig sind.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Mercedes-Benz, lehnt den Vorschlag ab. Eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sei undurchführbar, besonders da einige deutsche Werke bereits unterausgelastet seien, so Lümali. Zudem betonte er, dass die Tarifverhandlungen in der Verantwortung von IG Metall und der Arbeitgebervereinigung lägen – für separate Gespräche auf Unternehmensebene gebe es derzeit keinen Spielraum.
Mercedes sucht nun nach alternativen Wegen, um die Effizienz zu steigern. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern laufen weiter, doch konkrete Pläne zur Abschaffung der bestehenden 35-Stunden-Woche liegen nicht vor.
Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Kostensenkung und Arbeitnehmerrechten. Der Konzern räumt ein, dass strukturelle Veränderungen nötig sind, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Vorerst bleibt es bei der 35-Stunden-Woche – eine unmittelbare Änderung ist nicht zu erwarten.
