Mainzer Restaurant Heimat im Kreuzfeuer von Hass und Vandalismus
Karl-Friedrich WielochMainzer Restaurant Heimat im Kreuzfeuer von Hass und Vandalismus
Mainzer Restaurant Heimat wird seit Monaten zur Zielscheibe von Hass
Das Mainzer Restaurant Heimat ist in den letzten Monaten zum Ziel anhaltender Angriffe geworden. Besitzer Veli Ivecen, ein kurdisch-türkischer Koch, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche in einem einladenden Rahmen zu vereinen. Doch stattdessen sehen sich er und sein Team nun verbalen Attacken, Vandalismus und Drohungen aus verschiedenen politischen Lagern ausgesetzt.
Die Feindseligkeiten begannen kurz nach der Eröffnung, als Kritiker Anstoß am Namen des Restaurants nahmen. Heimat – was so viel wie „Zuhause“ bedeutet – sollte einen warmen, inklusiven Ort symbolisieren, keine politische Aussage. Dennoch wird Ivecen vorgeworfen, spalterische Ideen zu verbreiten; manche bezeichnen ihn sogar als Nazi. Vor dem Restaurant haben Demonstranten den Hitlergruß gezeigt.
Der Hass beschränkt sich nicht auf öffentliche Auftritte. Ivecen und sein Team berichten von hasserfüllten Nachrichten über private Instagram-Accounts, E-Mails und direkte Konfrontationen. Einige Kritiker stellen infrage, ob türkische und kurdische Einflüsse in der deutschen Küche überhaupt einen Platz hätten. Zudem wurde die Fassade des Restaurants mit dem Slogan „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins“ beschmiert – eine Parole, die Ivecen später entfernen ließ.
Anfangs dachte er darüber nach, den Namen des Restaurants zu ändern. Doch mittlerweile ist er entschlossener denn je, Heimat beizubehalten. Zwar sei er offen für konstruktive Kritik am Essen, doch die aktuellen Angriffe nennt er inakzeptabel.
Die Anfeindungen kommen aus verschiedenen Richtungen, ohne dass sich eine bestimmte Gruppe dazu bekennt. Ivecen, der in der Türkei geboren wurde und in Deutschland aufgewachsen ist, hatte gehofft, einen Ort zu schaffen, an dem unterschiedliche Kulturen zusammenfinden. Das Restaurant bleibt vorerst geöffnet, doch die anhaltende Feindseligkeit hat bei Mitarbeitenden und Gästen gleichermaßen Spuren hinterlassen.






