Mainz verschiebt Gelbe Tonne erneut – Start erst 2027 geplant
Mainz scheitert wiederholt an Einführung der Gelben Tonne – Start nun für 2027 geplant
Die Stadt Mainz kämpft seit Jahren mit Rückschlägen bei der Einführung der Gelben Tonne für die Müllabfuhr. Obwohl bereits 2019 beschlossen wurde, die bisherigen Plastiktüten durch Behälter zu ersetzen, verzögern rechtliche und praktische Hürden das Vorhaben. Nun peilt die Verwaltung den Start des neuen Systems zum 1. Januar 2027 an – vorausgesetzt, es findet sich ein passender Entsorgungsdienstleister.
2019 hatte Mainz die Umstellung auf die Gelbe Tonne beschlossen, um Plastikmüll zu reduzieren und die Recyclingquote zu steigern. Das aktuelle System mit Säcken führt jedoch alle zwei Wochen zu verstreutem Abfall und beschädigten Verpackungen während der Leerung. Eine Studie des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2018 zeigte zudem, dass Behälter die Menge an Fehlwürfen pro Person fast verdoppeln könnten – von neun Kilogramm bei Säcken auf 17 Kilogramm jährlich.
Doch der Wechsel stößt auf Widerstand: Der aktuelle Entsorgungspartner BellandVision argumentiert, die Tonne führe zu mehr Restmüll und höheren Emissionen. Zudem stoppte ein Verwaltungsgericht die Pläne mit der Begründung, ein neues System müsse eine Vollservice-Leerung umfassen. Ohne diese müssten Anwohner die Behälter selbst an die Straße bringen und nach der Abholung zurückstellen.
Um das Projekt voranzubringen, hat Mainz nun eine neue Rahmenrichtlinie erlassen. Ziel ist es, einen Anbieter zu finden, der das Tonnensystem umsetzt und gleichzeitig alle rechtlichen Vorgaben erfüllt. Allerdings könnten Hauseigentümer je nach Leistungsumfang des künftigen Auftragnehmers mit Zusatzkosten rechnen.
Die Gelbe Tonne bleibt damit vorerst in der Schwebe – ihr Erfolg hängt davon ab, ob ein passender Entsorgungspartner gefunden wird, der die Vollservice-Anforderungen erfüllt. Sollte das System 2027 eingeführt werden, könnte es das Recyclingverhalten der Bürger verändern. Die Stadt steht weiterhin vor der Abwägung zwischen ökologischen Vorteilen und logistischen sowie finanziellen Herausforderungen.






