31 December 2025, 17:01

Mainz und Rheinland-Pfalz trauern um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport

Gedenktafeln mit Blumensträuße davor.

Mainz und Rheinland-Pfalz trauern um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport

In den vergangenen Wochen sind mehrere prägende Persönlichkeiten aus Mainz und Rheinland-Pfalz verstorben. Ihr Wirken erstreckte sich über Politik, Kultur, Sport und Gesundheitswesen und hinterlässt in der Region eine nachhaltige Spur.

Unter ihnen waren ein beliebter Karnevalsgestalter, ein wegweisender Onkologe und ein ehemaliger Ministerpräsident, deren Schaffen das lokale und nationale Leben über Jahrzehnte geprägt hat.

Dieter Wenger, der langjährige Chef-Wagenbauer des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), starb im Alter von 84 Jahren. Über sechs Jahrzehnte hinweg entwarf er die aufwendigen Motivwagen, die zum Mittelpunkt des Mainzer Rosenmontagszugs wurden. Seine filigranen Kreationen und sein Engagement machten die Veranstaltung zu einem Höhepunkt im kulturellen Kalender der Stadt.

Auch Elisabeth Klöver, Leiterin des MCV-Hofballetts, verstarb mit 85 Jahren. Sie bildete Generationen junger Tänzerinnen und Tänzer aus und war eine treibende Kraft hinter den Mainzer Karnevalstraditionen. Gemeinsam prägten Wenger und Klöver den festlichen Geist der Stadt.

In der Politik verlor Rheinland-Pfalz mit Bernhard Vogel eine prägende Figur der deutschen Nachkriegsgeschichte. Er starb im Alter von 92 Jahren. Zwölf Jahre lang amtierte er als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und hält mit insgesamt 23 Amtsjahren in zwei Bundesländern den Rekord für die längste kumulierte Amtszeit eines Regierungschefs. Sein Wirken beeinflusste die Landespolitik über Jahrzehnte.

Ein weiterer wichtiger Politiker, Herbert Mertin (FDP), verstarb mit 66 Jahren. Er war Justizminister von Rheinland-Pfalz in zwei Amtszeiten: von 1999 bis 2006 und erneut von 2016 bis 2021. Sein Nachfolger in der ersten Amtszeit war Jürgen Hofmann, der das Amt in dieser Phase ebenfalls innehatte.

Auch im Gesundheitsbereich hinterlässt der Tod von Dr. Thomas Flohr eine Lücke. Der Onkologe am Hämatologisch-Onkologischen Zentrum in Mainz starb mit nur 57 Jahren. Seine Arbeit gab unzähligen Krebspatienten durch innovative Therapien und einfühlsame Betreuung neue Hoffnung.

Die Kultur- und Medienwelt trauert um zwei prägende Persönlichkeiten: Ekkehardt Gahntz, langjähriger ZDF-Nachrichtenjournalist, verstarb mit 79 Jahren. Über 25 Jahre prägte er die Nachrichtenprogramme des Senders und galt als Vorbild für journalistische Integrität. Ebenfalls unerwartet starb Ulf Glasenhardt, Veranstaltungskoordinator im Kulturclub Schon Schön. Obwohl er erst 2022 zum Team gestoßen war, wurden seine Beiträge für das kulturelle Leben in Mainz und Wiesbaden bereits hoch geschätzt.

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Auch im Sport und im ehrenamtlichen Engagement gibt es schmerzliche Verluste: Holger Bernhardt, ehemaliger Torwart des 1. FSV Mainz 05, kam bei einem Verkehrsunfall in Basel mit nur 52 Jahren ums Leben. 1996 zum Verein gestoßen, bestritt er acht Spiele in der zweiten Liga. Barbara Rupp, langjährige Vorsitzende des Fördervereins Mainz Unterhaus, verstarb ebenfalls. Von 1983 bis 2008 wirkte sie maßgeblich im Hintergrund an der Entwicklung der Kulturstätte mit.

Marita Boos-Waidosch, die langjährige Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, starb nach einem Berufsleben im Einsatz für Barrierefreiheit und Inklusion. Von 1993 bis 2018 setzte sie sich in der Stadtverwaltung für benachteiligte Gruppen ein und verbesserte die öffentlichen Dienstleistungen für alle Bürgerinnen und Bürger.

Der Tod dieser Persönlichkeiten markiert das Ende ganzer Epochen in ihren jeweiligen Bereichen. Ihr Schaffen – ob im Karneval, in der Medizin, Politik, im Journalismus, Sport oder in der sozialen Arbeit – hat Mainz und Rheinland-Pfalz über Generationen geprägt.

In den kommenden Wochen werden Gedenkveranstaltungen und Würdigungen an ihr Erbe erinnern.