24 January 2026, 06:20

Lessing-Tage 2026: Postpopulismus und Scheinprozesse im Thalia Theater Hamburg

Eine große Menschenmenge umringt eine Bühne in einer Stadt, mit Personen, die auf Stühlen sitzen und auf der Bühne stehen, umgeben von Absperrungen, Verkehrskegeln und einer Tafel mit Text, wahrscheinlich für die Eröffnungszeremonie des Tokyo Circus Festivals.

Lessing-Tage 2026: Theaterfestival mit politischem Fokus - Lessing-Tage 2026: Postpopulismus und Scheinprozesse im Thalia Theater Hamburg

Vom 31. Januar bis 15. Februar 2026 findet im Hamburger Thalia Theater das Lessing-Tage-Festival statt. In diesem Jahr steht das Event unter dem Motto Postpopulismus und verbindet internationales Theater mit Debatten und interaktiven Erlebnissen.

Ein Höhepunkt ist die Inszenierung Der Prozess gegen Deutschland des Schweizer Regisseurs Milo Rau – ein Scheinprozess, der die Frage aufwirft, ob die rechtspopulistische AfD verboten werden sollte. Das Festival bietet zudem Aufführungen, Symposien und einen lebendigen Treffpunkt für Kunststudierende zum Austausch und kreativen Schaffen.

Eröffnet wird das Festival mit Mütter: Ein Lied für Kriegszeiten, einer Gastperformance der polnischen Regisseurin Marta Górnicka. Ein Chor von Frauen aus der Ukraine, Belarus und Polen gibt dabei den Ton für die kommenden Wochen vor.

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Milo Raus Der Prozess gegen Deutschland entfaltet sich als inszenierte Gerichtsverhandlung unter der Leitung des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Rainer Mausfeld. Echte Fachleute werden den Fall diskutieren, die Verhandlung wird live auf der Website des Thalia Theaters übertragen. Parallel zeigt Jakub Skrzywanek mit Angriff auf das Nationaltheater Stary eine Produktion des Krakauer Stary-Theaters. Ein von Julia Roth und Olga Drygas kuratiertes Symposium vertieft das Thema Postpopulismus in Vorträgen und Gesprächen. Daneben verwandelt sich das Festivalzentrum Inhabilia in den Foyers des Thalia Theaters in einen Begegnungsort für Kunststudierende aus Düsseldorf – mit gemeinsamen Mahlzeiten, Tanz und Diskussionen. Zehn Produktionen aus Japan, Polen und dem deutschsprachigen Raum runden das Programm ab. Neue Werke und interaktive Formate, kuratiert von Matthias Lilienthal, sorgen für eine Mischung aus traditionellem und experimentellem Theater.

Die Lessing-Tage bringen Theater, Debatte und gesellschaftlichen Austausch unter ein Dach. Von Scheinprozessen bis zu internationalen Aufführungen will das Festival die Diskussion über Postpopulismus anregen. Das Publikum kann vor Ort teilnehmen oder zentrale Momente per Livestream auf der Website des Thalia Theaters verfolgen.