19 June 2026, 12:22

Leipzigs Solarwärme-Riese geht ans Netz – trotz bundesweitem Rückgang der Branche

Warmwasser aus der Sonne

Leipzigs Solarwärme-Riese geht ans Netz – trotz bundesweitem Rückgang der Branche

Deutschlands Solarwärmekapazität ist in den vergangenen zwei Jahren stark zurückgegangen. Im Jahr 2023 sanken die Neubauten auf 263 Megawatt, 2024 brach die Zahl weiter auf 154 Megawatt ein. Trotz dieses Rückgangs setzt nun ein Großprojekt in Leipzig neue Maßstäbe für die Branche.

Dirk Panter, Sachsens Wirtschaftsminister, nahm kürzlich in Leipzig 13.200 Solarkollektoren in Betrieb – damit ging Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk ans Netz. Die Anlage erstreckt sich über 14 Hektar und erreicht eine Spitzenleistung von 41 Megawatt. Sie nutzt Vakuumröhrenkollektoren des Marktführers Ritter sowie intelligente Steuerungssysteme, die den Wasserfluss je nach Sonneneinstrahlung regulieren.

Das Kraftwerk ist ein zentraler Baustein der Leipziger kommunalen Wärmewende und soll helfen, die gesetzlichen Klimaziele zu erfüllen. Heizung bleibt eine der größten Emissionsquellen Deutschlands. Die neue Anlage wird voraussichtlich etwa ein Fünftel des städtischen Wärmebedarfs im Sommer decken und auch im Winter einen kleinen Beitrag leisten.

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Leipzigs umfassender Wärmeplan sieht weitere grüne Projekte vor: Dazu gehören ein „Power-to-Heat“-System sowie Pläne, Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna ins städtische Netz einzuspeisen. Zudem entsteht im Süden der Stadt ein weiteres Solarwärmekraftwerk.

Solarthermie gilt als hoch effizient – je nach Kollektortyp und Dachneigung erreichen manche Systeme Wirkungsgrade von bis zu 75 Prozent. Zudem kann sie pro Hektar etwa dreimal mehr Energie gewinnen als Photovoltaik. Zum Vergleich: 2022 baute Deutschland 16.900 Megawatt neue Solarstromkapazität aus, während Solarwärmeanlagen bei knapp unter 500 Megawatt lagen.

Das Leipziger Projekt zeigt, welches Potenzial großflächige Solarthermie-Projekte entfalten können. Es wird maßgeblich zur Wärmeversorgung der Stadt und ihren Klimazielen beitragen – und unterstreicht damit einen Fokuswechsel, trotz des bundesweiten Rückgangs bei Neubauten von Solarwärmeanlagen.

Quelle