Landtagswahl 2026: Baden-Württembergs politischer Machtkampf beginnt
Svenja HeringDas sind die Spitzenkandidaten der Parteien für die Landtagswahl - Landtagswahl 2026: Baden-Württembergs politischer Machtkampf beginnt
Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg verspricht ein hart umkämpftes Rennen zu werden. Neue Gesichter und erfahrene Politiker buhlen um Einfluss, während die Parteien sich für mögliche Koalitionen oder die Rückkehr an die Macht positionieren. Im Rennen sind ehrgeizige Kandidaten aus dem gesamten politischen Spektrum, die mit unterschiedlichen Hintergründen und Strategien in den Wahlkampf ziehen.
Manuel Hagel von der CDU, ein 37-jähriger ehemaliger Bankangestellter und heutiger Sparkassendirektor, könnte Geschichte schreiben. Gelingt ihm der Sieg, wäre er der jüngste Ministerpräsident Baden-Württembergs. Er inszeniert sich als Stimme eines „modern-konservativen“ Kurses, der traditionelle Werte mit zukunftsorientierten Konzepten verbindet.
Auf der linken Seite führt Kim Sophie Bohnen von der Linken das Spitzentrio ihrer Partei an – gemeinsam mit Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei. Umfragen deuten an, dass sie reale Chancen haben, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden, was den ersten Einzug der Partei in den Landtag bedeuten würde. Cem Özdemir von den Grünen, ein politischer Veteran und ehemaliger Bundesminister, kehrt mit pragmatischem Ansatz in die Landespolitik zurück. Seine Haltung hat ihn wiederholt in Konflikt mit der eigenen Partei gebracht, etwa in der Migrationspolitik oder beim Ausstieg aus Verbrennermotoren. Für die SPD wirbt Andreas Stoch zum zweiten Mal um Wählerstimmen und hofft, seine Partei zurück in die Regierung zu führen. Hans-Ulrich Rülke von der FDP wiederum kämpft darum, die Opposition zu verlassen, und spekuliert auf eine Koalition mit der CDU. Offen äußert er den Anspruch auf ein mächtiges „Superministerium“ für Wirtschaft, Infrastruktur und Energie.
Mit einer markanten persönlichen Geschichte geht Markus Frohnmaier von der AfD ins Rennen: Als Adoptivkind aus einem rumänischen Waisenhaus stieg er zum führenden Vertreter des Hardliner-Flügels seiner Partei auf. Obwohl er für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert, will er im Falle einer Niederlage seinen Posten in Berlin behalten.
Die Wahl wird zeigen, wie viel Zuspruch neue wie etablierte politische Figuren finden. Ein starkes Abschneiden der Linken könnte die politische Landschaft des Landes verändern, während die Koalitionspläne von CDU und FDP vom Wählerwillen abhängen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob Baden-Württemberg einen Kurswechsel vollzieht – oder seinen bisherigen Weg fortsetzt.






