05 February 2026, 16:45

Kretschmanns Abschied markiert das Ende einer grünen Ära in Baden-Württemberg

Ein Mann, der friedlich auf einem Bett schläft, mit dem Kopf auf seinem Arm und geschlossenen Augen, mit Text auf dem Papier, der seine Merkmale beschreibt.

Kretschmann: "Ich bin froh, dass ich aufhöre" - Kretschmanns Abschied markiert das Ende einer grünen Ära in Baden-Württemberg

Baden-Württembergs langjähriger Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat bekannt gegeben, dass er bei der Landtagswahl 2026 nicht mehr antreten wird. Der 77-jährige Grüne-Politiker, der seit 2011 im Amt ist, bezeichnete die Position als zermürbende Belastung und äußerte Erleichterung darüber, sich von den ständigen Anforderungen zurückzuziehen. Sein Rückzug markiert das Ende einer Ära für die erste von den Grünen geführte Landesregierung Deutschlands.

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Kretschmann übernahm 2011 das Amt des Ministerpräsidenten und durchbrach damit die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU. Sein Sieg fiel in eine Zeit öffentlicher Empörung über die Nuklearkatastrophe von Fukushima und das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21. Im Laufe der Jahre führte er verschiedene Koalitionen an, darunter von 2016 bis 2021 ein Bündnis mit der CDU.

Das Amt hat ihn stark belastet. Kretschmann räumte ein, häufig unter Schlaflosigkeit zu leiden – selbst kleine Rückschläge bereiteten ihm Sorgen. Nun freut er sich darauf, die Last der Verantwortung abzulegen, die er in seinem Alter als besonders kräftezehrend empfindet.

Sein Abschied erfolgt zu einer Zeit, in der Baden-Württemberg vor wachsenden Herausforderungen steht. Die Region kämpft mit Arbeitsplatzverlusten in der Automobilindustrie, wirtschaftlichem Druck und einem Aufstieg nationalistischer Parteien. Aktuelle Umfragen sehen die CDU bei 29 Prozent, die Grünen bei 23 Prozent und die AfD bei 20 Prozent. Die Landtagswahl am 8. März 2026 wird über seine Nachfolge entscheiden.

Kretschmanns Rückzug hinterlässt eine große Lücke in der Landespolitik. Seine 15 Jahre an der Spitze prägten die Führung Baden-Württembergs und führten sie von der CDU-Dominanz zu einer grünen Regierungszeit. Die anstehende Wahl wird zeigen, ob seine Partei ihren Einfluss angesichts sich wandelnder Wählerprioritäten behaupten kann.