Kita-Krise in Villingen: Eltern kämpfen um Betreuungsplätze für ihre Kinder
Karl-Friedrich WielochKita-Krise in Villingen: Eltern kämpfen um Betreuungsplätze für ihre Kinder
Rund 40 Eltern trafen sich in der Neuen Tonhalle in Villingen, um über die Zukunft der KIKRiPP gGmbH zu beraten – ein Trägerverein für Kinderbetreuung, der vor schweren finanziellen Problemen steht. Der Austausch folgte auf die Nachricht, dass die Organisation vor der Insolvenz steht, was Ängste um die Fortführung der örtlichen Kita-Plätze weckt.
Die anwesenden Eltern äußerten große Sorgen über die Zukunft der Einrichtung und die laufenden Rechtsstreitigkeiten. Viele betonten zwar ihre Zufriedenheit mit der Betreuungsqualität durch das Personal, fürchteten aber, den Zugang zur Kinderbetreuung zu verlieren. Kritische Fragen gab es dazu, warum der Stadtrat und Bürgermeister Roth alle KIKRiPP-bezogenen Entscheidungen in nicht-öffentlichen Sitzungen behandelt hatten. Roth verwies auf das Datenschutzrecht, das eine öffentliche Diskussion über finanzielle und vertragliche Details einschränke.
Neun Stadträte, die alle politischen Fraktionen vertraten, nahmen an den Gesprächen teil. Der Rat hatte bereits eine Vorauszahlung an KIKRiPP gekürzt und die eingesparten Mittel genutzt, um eine ausstehende Forderung aus dem Abrechnungsjahr 2024 zu begleichen. Einen Lösungsvorschlag brachte Die Linke ein: KIKRiPP könnte auf seinen monatlichen Zahlungsnachlass verzichten, wenn die Stadt im Gegenzug Sicherheiten stelle – etwa in Form einer Hypothek auf das Gebäude. Sollte es zu Insolvenzverfahren kommen, würde der Betrieb vorerst unter einem Verwalter für weitere drei Monate fortgeführt. Eine endgültige Schließung jedoch würde viele Familien in die Bredouille bringen, da sie kurzfristig gesetzlich garantierte Kita-Plätze suchen müssten. Dies würde die Stadtverwaltung und die Steuerzahler zusätzlich belasten.
Die Versammlung unterstrich die Dringlichkeit, eine stabile Lösung für die finanzielle Krise von KIKRiPP zu finden. Ohne Eingreifen könnte der Zusammenbruch des Trägers die Betreuung für Dutzende Familien gefährden. Die Stadt steht nun vor der Herausforderung, rechtliche Vorgaben mit der Notwendigkeit in Einklang zu bringen, die unverzichtbare Kinderbetreuung aufrechtzuerhalten.






