Junge Union fordert radikale Rentenreform: Abschaffung der Rente mit 63 und höhere Abschläge
Marika HeinzJunge Union will Anreize für Frühverrentung reduzieren und Krankentage einführen - Junge Union fordert radikale Rentenreform: Abschaffung der Rente mit 63 und höhere Abschläge
Die Junge Union (JU) hat im Vorfeld der CDU-Bundeskonferenz im Februar ein umfassendes Reformpaket für Rente und Gesundheit vorgelegt. Ihre Vorschläge zielen auf die Frühverrentung, das Krankengeld sowie die Kosten der Pflege ab und sollen das deutsche Sozialsystem grundlegend umgestalten.
Im Mittelpunkt steht die Forderung, die Rente mit 63 abzuschaffen – mit Ausnahme von Beschäftigten in körperlich besonders belastenden Berufen. Zudem soll das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung geknüpft werden. Um vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben weiter unattraktiv zu machen, schlägt die JU vor, die Abschläge für langjährige Beitragszahler, die früher in Rente gehen, zu verdoppeln.
Die Organisation setzt sich für stärkere Anreize bei der betrieblichen Altersvorsorge ein, darunter eine Ausweitung staatlich geförderter Frühstarterprogramme. Zudem wird ein gestaffeltes Beitragssystem vorgeschlagen, bei dem Eltern mit mehr Kindern weniger in die Rentenkasse einzahlen müssten.
Im Gesundheitsbereich fordert die JU eine Verlagerung von stationärer zu ambulanter Behandlung, um Kosten zu sparen. Beim Krankengeld regt sie eine Karenzzeit oder eine vorübergehende Kürzung der Leistungen zu Beginn einer Erkrankung an. Damit würde das aktuelle System ersetzt, in dem das volle Krankengeld sofort gezahlt wird.
Künftige Rentenerhöhungen sollen laut dem Plan nicht mehr an die Lohnentwicklung, sondern an die Inflationsrate geknüpft werden – eine Maßnahme, die voraussichtlich zu geringeren Steigerungen der Auszahlungen führen würde.
Die Reformen sind Teil eines umfassenderen Antrags mit dem Titel "Reformjahr 2026 – Mut zur Entscheidung", dessen Verfasser in den öffentlichen Unterlagen nicht namentlich genannt wird. Die JU wird ihre Vorschläge auf dem CDU-Bundesparteitag im nächsten Monat vorstellen.
Sollten die Pläne angenommen werden, würden sie eine deutliche Wende in der Handhabung von Rente, Krankengeld und Gesundheitsversorgung bedeuten. Mit ihrem Fokus auf Kostensenkung und längere Erwerbsbiografien setzt die JU die Weichen für eine innerparteiliche Debatte in der CDU. Die Reaktion der Partei wird zeigen, ob die Vorhaben vorankommen.






