Jan van Aken tritt als Linksparteichef nach kurzer, aber prägender Amtszeit zurück
Marika HeinzJan van Aken tritt als Linksparteichef nach kurzer, aber prägender Amtszeit zurück
Jan van Aken ist als Vorsitzender der Linkspartei nach einer kurzen, aber prägenden Amtszeit zurückgetreten. Sein Rückzug folgt auf eine Phase rasanten Wachstums der Partei, die unter seiner Führung einen deutlichen Anstieg in den Umfragen verzeichnete.
Van Aken und Heidi Reichinnek traten bei der Bundestagswahl 2025 als gleichberechtigte Spitzenkandidaten an. Gemeinsam mit Ines Schwerdtner steigerten sie die Unterstützung für die Linke innerhalb weniger Monate von 2–3 auf 8,8 Prozent. Bei der Februarwahl 2025 wechselten über 700.000 enttäuschte Wähler der Grünen zur Linkspartei.
Bei seiner letzten Pressekonferenz präsentierte van Aken eine schwarze Kiste, mit der er einen Höhenunterschied zwischen sich und Schwerdtner ausgeglichen hatte. Er gestand Journalisten, die Öffentlichkeit zwei Jahre lang in die Irre geführt zu haben, und dankte Schwerdtner für ihre herausragende Arbeit während ihrer Zusammenarbeit.
Im Mai 2026 sorgte van Aken für Schlagzeilen, als er dem Wohnungsriesen Vonovia drohte. Er kündigte an, wegen Mieterhöhungen auf dessen Dach zu protestieren. Unter seiner Führung gewann die Partei zudem wieder an Glaubwürdigkeit in der Außenpolitik.
Als sein Nachfolger gilt nun Luigi Pantisano. Van Akens Zeit an der Parteispitze gehörte zu den kürzesten in der Geschichte der Linken, doch sie brachte bemerkenswerte Veränderungen mit sich. Die Partei gewann in dieser Phase an Einfluss und Vertrauen der Wähler.
