IMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien – trotz Pyro-Problemen
Karl-Friedrich WielochIMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien – trotz Pyro-Problemen
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung folgt auf jüngste Vorfälle, darunter die Zwischenfälle beim DFB-Pokalfinale im Mai. Pyrotechnik bleibt laut einem vertraulichen Bericht ein großes Sicherheitsproblem im deutschen Fußball.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) setzt sich seit neun Jahren mit der Gewalt im Zusammenhang mit Fußball auseinander. Er sieht jedoch kaum Fortschritte. Reul kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das DFB-Pokalfinale trotz abbrennender Fackeln nicht abgebrochen hatte.
Reul fordert nun von den Vereinen strengere Kontrollen. Seine Vorschläge umfassen Durchsuchungen in Ultra-Fanräumen und den Einsatz von Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen über Zäune zu verhindern. Die Vereine argumentieren jedoch, dass umfassende Kontrollen nicht umsetzbar seien.
Bestehende Bußgelder bei Verstößen gegen das Pyrotechnikverbot haben oft keine abschreckende Wirkung gezeigt. Auch Pilotprojekte mit Detektoren brachten bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ steht zwar in einem konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen, hat aber noch keinen neuen Plan vorgelegt.
Die IMK wird die weitere Diskussion über Pyrotechnik auf ihre Herbstkonferenz vertagen. Die Entscheidung der IMK bedeutet, dass es vorerst keine unmittelbaren Änderungen zur Bekämpfung der Stadiongewalt geben wird. Die Vereine bleiben unter Druck, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern. Das Thema Pyrotechnik wird in den kommenden Monaten erneut aufgegriffen.
