14 April 2026, 18:21

IG Metall will Arbeitsplatzwechsel in Sachsen-Anhalt ohne Arbeitslosigkeit ermöglichen

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

IG Metall will Arbeitsplatzwechsel in Sachsen-Anhalt ohne Arbeitslosigkeit ermöglichen

IG Metall fordert landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt

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Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für ein flächendeckendes "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein. Das Vorhaben soll Arbeitnehmern den direkten Wechsel in neue Beschäftigungsverhältnisse ermöglichen – ohne vorherige Arbeitslosigkeit. Die Gewerkschaftsführung argumentiert, dass dadurch Fachwissen erhalten bleibe, die regionale Wirtschaft stabilisiert und die Zukunftsfähigkeit der Region gestärkt werde.

Sachsen-Anhalt steht vor tiefgreifenden Veränderungen durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und globale politische Umbrüche. Diese Herausforderungen, verbunden mit einer alternden Belegschaft, verändern den Arbeitsmarkt grundlegend. Die IG Metall warnt: Ohne gezielte Maßnahmen drohen qualifizierte Arbeitskräfte zunächst entlassen zu werden – nur um später von denselben Unternehmen händeringend gesucht zu werden, wenn die Lücken nicht mehr zu schließen sind.

Ein strukturiertes "Job-to-Job"-Netzwerk würde Beschäftigte aus schrumpfenden Branchen mit Arbeitgebern zusammenbringen, die genau diese Qualifikationen benötigen. Die Gewerkschaft betont, dass Unternehmen zunächst interne Lösungen wie Weiterbildung oder Versetzungen ausschöpfen sollten, bevor sie extern suchen. Erst wenn betriebliche Optionen ausgereizt sind, würde das Netzwerk bei der Vermittlung in neue Stellen unterstützen.

Kritik an "verschwendetem Potenzial"

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, kritisierte die aktuelle Praxis als verschwenderisch. Es sei wirtschaftlich unsinnig, erfahrene Fachkräfte zu entlassen, um sie später unter großem Aufwand zurückzuwerben. Die Gewerkschaft plant Gespräche mit Landesvertretern, Arbeitgeberverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, um das dauerhafte Netzwerk aufzubauen.

Ziel ist ein System, das den strukturellen Wandel sozial verträglich gestaltet. Durch den Erhalt von Fachkräften in der Region soll es Unternehmen erleichtern, sich anzupassen – und gleichzeitig den Verlust wertvollen Wissens verhindern.

Vernetzung bestehender Programme

Das geplante Netzwerk würde bestehende Arbeitsmarktprogramme in Sachsen-Anhalt verknüpfen. Es soll Arbeitslosigkeit vermeiden, indem es Beschäftigte nahtlos in neue Jobs vermittelt. Bei Erfolg könnte das Modell langfristig als Instrument für den Umgang mit wirtschaftlichen Umbrüchen in der Region dienen.

Quelle