31 March 2026, 10:24

Hufeisensiedlung in Britz feiert 100 Jahre mit viertägigem Jubiläumsfest

Schwarz-weiß-Foto eines großen Raums mit Tischen, Stühlen, Säulen, Bögen und Kronleuchtern, beschriftet mit "Festival der Gesellschaft der Freunde, Berlin" unten.

Hufeisensiedlung in Britz feiert 100 Jahre mit viertägigem Jubiläumsfest

Berlins ikonische Hufeisensiedlung in Britz feiert 100-jähriges Jubiläum mit viertägigem Fest

Vom 23. bis 26. Juli 2025 wird die berühmte Hufeisensiedlung in Berlin-Britz mit einem viertägigen Festival ihren 100. Geburtstag begehen. Die Veranstaltung ist Teil der Feierlichkeiten zum 650-jährigen Jubiläum des Bezirks Britz und soll die anhaltende Bedeutung der bahnbrechenden Neuen Bauens-Bewegung würdigen, die von den Architekten Bruno Taut und Martin Wagner geprägt wurde.

Die zwischen 1925 und 1930 erbaute Siedlung gilt als Meisterwerk des sozialen Wohnungsbaus und setzte mit ihren radikalen Ideen für urbanes Leben Maßstäbe: Licht, frische Luft und gemeinschaftliche Grünflächen standen im Mittelpunkt. Noch heute ist sie ein Symbol modernistischer Architektur und als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt.

Entworfen von Taut, Wagner und dem Landschaftsarchitekten Leberecht Migge, brach die Siedlung mit herkömmlichen Wohnkonzepten. Statt beengtem Stadtleben bot sie Reihenhäuser mit privaten Gärten, Loggien für das Wohnen im Freien und gemeinsame Grünanlagen – alles gedacht, um die Überbevölkerung Berlins zu mildern und Selbstversorgung zu fördern. Die kühne Farbgestaltung und offene Grundrisse setzten neue Standards im sozialen Wohnungsbau.

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Dank strenger Denkmalschutzauflagen hat sich die Siedlung über die Jahrzehnte kaum verändert. Ihr UNESCO-Status und die Denkmalschutzbestimmungen begrenzen selbst moderne Anpassungen wie energetische Sanierungen. Seit der Privatisierung 1998 gestaltet sich die Instandhaltung komplex: Über 600 Eigentümer teilen sich die Verantwortung mit der Deutsche Wohnen, die die Mietshäuser verwaltet.

Das Jubiläumsfest bringt die Siedlung mit Konzerten, Lesungen und Filmvorführungen zum Leben. Ein kreativer Workshop unter Leitung von Schülern der Fritz-Karsen-Schule widmet sich ihrem architektonischen Erbe. Höhepunkt ist am 26. Juli das Hufeisenfest mit "Wanderkonzerten" und einem gemeinsamen Picknick für Anwohner und Gäste.

Unterstützt wird die Veranstaltung von Partnern wie dem Wohnungsanbieter Vonovia, dem Landesdenkmalamt Berlin und dem Förderverein Hufeisensiedlung e. V.. Christoph Rauhut, Leiter des Denkmalamts, betont, dass modernistische Siedlungen wie diese auch ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung noch frisch und dynamisch wirken.

Mit einem Tag voller Musik und gemeinsamer Mahlzeiten endet das Fest – ganz im Sinne des ursprünglichen Gedankens der Gemeinschaft. Zwar schränken Denkmalschutzregeln moderne Anpassungen ein, doch das Event unterstreicht die anhaltende Aktualität der Siedlung als Vorbild für durchdachtes urbanes Leben. Weitere Details zu Auftritten und Ausstellungen werden in den kommenden Monaten bekannt gegeben.

Quelle