Hofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen schwacher Umsätze und hoher Kosten
Eberhard KuhlHofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung wegen schwacher Umsätze und hoher Kosten
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Eigenverwaltungsverfahren nach der Insolvenzordnung beantragt. Der Schritt folgt anhaltend schwachen Umsätzen und stark gestiegenen Kosten, die das Unternehmen unter Druck gesetzt haben. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert; während des Verfahrens sind alle Löhne und Gehälter gesichert.
Die Brauerei kündigte an, ihre Geschäftsabläufe umzustrukturieren und das Geschäftsmodell neu auszurichten. Ziel ist es, sich vom traditionellen Braubetrieb zu einem innovativen Getränkehersteller zu wandeln und dabei den Fokus auf den regionalen Markt zu legen. Anwälte und Finanzexperten begleiten den Prozess, um Stabilität zu gewährleisten.
Der Rechtsanwalt Kimon Kantis erläuterte, dass die Eigenverwaltung es Wolters ermögliche, branchenweite strukturelle Herausforderungen nachhaltig anzugehen. Der Wirtschaftsprüfer Hendrik Mysegades bestätigte, dass es um eine strategische Neuaufstellung gehe, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Als vorläufiger Sachwalter wurde Torsten Gutmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH bestellt.
Die deutsche Braubranche kämpft seit der COVID-19-Pandemie mit explodierenden Produktions- und Energiekosten. Globale Lieferkettenstörungen haben die Lage zusätzlich verschärft. 2025 brachen die Bierverkäufe im Land um weitere sechs Prozent ein – mit direkten Auswirkungen auf die finanzielle Situation von Wolters.
Das Unternehmen wird die Geschäfte unter Begleitung der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte und der Eckert Assurance GmbH während der Insolvenz fortführen. Die Restrukturierung soll das Unternehmen stabilisieren und an die veränderten Marktanforderungen anpassen. Sämtliche Mitarbeiter behalten während des Verfahrens ihre vollen Bezüge.
