03 February 2026, 23:10

Heiliger Māori-Pou kehrt 2026 nach 250 Jahren in die Heimat zurück

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines detaillierten Māori-Entwurfs auf leicht zerknittertem Papier.

Heiliger Māori-Pou kehrt 2026 nach 250 Jahren in die Heimat zurück

Ein heiliges Schnitzwerk der Māori, der Pou der Hinematioro, wird im März 2026 in seine Heimat zur Gemeinschaft der Te Aitanga-a-Hauiti zurückkehren. Die Ahnenfigur, die vor über 250 Jahren aus Neuseeland entführt wurde, befindet sich seit 1937 im Besitz der Ethnologischen Sammlung der Universität Tübingen. Ihre Rückgabe erfolgt nach einem offiziellen Ersuchen der neuseeländischen Regierung im Jahr 2024.

Der Pou der Hinematioro wurde aus rotem Tātara-Holz geschnitzt, ist einen Meter hoch und 33 Zentimeter breit. Er stellt die aufwendig gestaltete Häuptlingsfrau Hinematioro dar und dient als spirituelle Verbindung zu den Vorfahren innerhalb des Wharenui (Versammlungshaus). In der Māori-Tradition tragen solche Pou das Mauri – die Lebensessenz –, die es den Nachkommen ermöglicht, die Gegenwart der Ahnen zu spüren.

Die Reise der Skulptur begann 1769, als sie an Bord von Kapitän James Cooks Schiff, der Endeavour, gebracht wurde. Die genauen Umstände ihrer Entnahme sind unklar, doch 1771 erreichte sie London. Über ein Jahrhundert später gelangte das Schnitzwerk in den Besitz eines privaten Sammlers in Wien. 1937 wurde es der Ethnologischen Sammlung der Universität Tübingen vermacht, wo es seither verblieb.

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Victor Walker, Sprecher der Te Aitanga-a-Hauiti, betonte die tiefe kulturelle Bedeutung des Pou. Seine Rückkehr, so Walker, stellt eine lebenswichtige Verbindung zu ihrem Erbe wieder her. Die Rektorin der Universität, Professorin Dr. Karla Pollmann, versprach, die Beziehungen zur Māori-Gemeinschaft zu vertiefen und den Restitutionsprozess zu unterstützen. Auch Petra Olschowski, Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg, erkannte die Verantwortung der Institution an, das heilige Artefakt zurückzugeben.

Der Pou der Hinematioro wird 2026 offiziell übergeben und beendet damit seine lange Verbannung. Die Rückführung folgt auf jahrelange Verhandlungen und einen formellen Restitutionsantrag Neuseelands. Für die Te Aitanga-a-Hauiti bedeutet die Rückkehr des Schnitzwerks die Wiederaneignung eines Stücks ihres Ahnenvermächtnisses.