30 May 2026, 20:19

"Hammerbande"-Chefin Lina E. überraschend auf freien Fuß gesetzt

Verurteilte deutsche Linksradikale Lina E. frühzeitig entlassen

"Hammerbande"-Chefin Lina E. überraschend auf freien Fuß gesetzt

Lina E., die Anführerin der linksextremistischen Gruppe Hammerbande, ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) erfolgte, nachdem sie etwa zwei Drittel ihrer fünfjährigen und dreimonatigen Haftstrafe verbüßt hatte. Ihre Verurteilung im Jahr 2022 folgte einem viel beachteten Prozess wegen der Gründung und Führung einer gewaltbereiten Organisation, die sich gegen Rechtsextremisten richtete.

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Zwischen 2018 und 2020 verübte die Hammerbande in Sachsen und Thüringen eine Serie von Hinterhalten. Die Mitglieder setzten dabei Waffen wie Hämmer, Pfefferspray und Schlagstöcke ein und fügten ihren Opfern schwere Verletzungen zu. Die Gruppe nahm gezielt mutmaßliche Neonazis und rechtsextreme Aktivisten ins Visier und plante ihre Angriffe im Voraus.

Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden erstreckte sich über fast 100 Verhandlungstage und fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, da der Fall als besonders brisant galt. 2022 wurde Lina E. zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt – weniger als die acht Jahre, die die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Das Urteil löste in mehreren Städten Proteste und gewaltsame Auseinandersetzungen aus, bei denen Demonstranten Sachbeschädigungen verübten und mit der Polizei aneinandergerieten.

Ihre vorzeitige Entlassung wurde bewilligt, nachdem das Gericht zu der Einschätzung gelangt war, dass sie der Gewalt abgeschworen habe, sich im Gefängnis vorbildlich verhalten und gute Aussichten auf Resozialisierung gezeigt habe. Die Entscheidung stößt auf Kritik; einige werfen dem Gericht vor, sie spiegle eine ungleiche Behandlung von links- und rechtsextremer Gewalt in Deutschland wider.

Lina E. wird den Rest ihrer Strafe nun auf Bewährung verbüßen. Mit dem Beschluss endet ein Kapitel in einem der umstrittensten Extremismusfälle der jüngeren deutschen Geschichte. Rechtsbeobachter weisen darauf hin, dass das Urteil einen Präzedenzfall dafür schafft, wie Gerichte politische Gewalt und die Chancen auf Resozialisierung bewerten.

Quelle