14 March 2026, 06:44

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Domizil am Starnberger See

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Domizil am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Domizil des legendären deutschen Humoristen Loriot am Starnberger See erworben. Das Anwesen besitzt kulturelle Bedeutung, da es einst Vicco von Bülow gehörte, der unter seinem Künstlernamen weltbekannt wurde. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, hat sich bereits in der Vergangenheit für den Erhalt kultureller Denkmäler eingesetzt.

Vicco von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Ihr Wappen zierte ein goldener Pirol – ein Vogel, der ihm den Inspirationsnamen "Loriot" lieferte. In den 1950er-Jahren veröffentlichte er humorvolle Bücher wie Der gute Ton – Ein unentbehrliches Handbuch des Benehmens in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt – 20 erprobte Liebestricks von zwei Kennern.

Viele von Loriots Werken entstanden jedoch nicht in seinem Haus am Starnberger See. Seine Sketche und Filme, etwa Wohnungsvermietung (1976), wurden oft an anderen Orten gedreht. Die chaotische Wohnzimmerszene in diesem Sketch zeigt Loriot umgeben von Trümmern, während das Speisezimmer der Familie Lohse aus Pappa ante Portas (1991) sofort wiedererkennbar ist – wenn auch die Figur des Dieter in der Szene fehlt.

Seine beiden Kinofilme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), spielten beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Szenen aus Pappa ante Portas wurden in München und den Geiselgasteig-Studios gedreht, während der Seesteg in Ahlbeck auf Usedom als Kulisse für Renate Lohses Mutter Geburtstagsfeier diente. Frühere Produktionen wie Äskulap oder Die vier von der Katzbachstraße (1984–1988) entstanden ebenfalls überwiegend in und um München.

Jauchs Engagement für den Denkmalschutz ist bekannt. So unterstützte er bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam. Die Übernahme von Loriots ehemaligem Wohnhaus passt zu seinem Bestreben, historisch bedeutende Immobilien zu bewahren.

Der Verkauf markiert einen neuen Abschnitt für das Anwesen am Starnberger See, das nun in Jauchs Besitz ist. Zwar wurden Loriots Filme und Sketche meist anderswo gedreht, doch bleibt das Haus eng mit seinem Vermächtnis verbunden. Durch Jauchs Initiative wird die Verbindung des Ortes zur deutschen Kulturgeschichte gewahrt.

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