13 March 2026, 02:18

Grüne werben gezielt um enttäuschte FDP-Wähler in Baden-Württemberg

Eine Deutschlandkarte mit in rot und blau hervorgehobenen Bundesländern, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Grüne werben gezielt um enttäuschte FDP-Wähler in Baden-Württemberg

Die Grünen in Baden-Württemberg werben zunehmend um Wähler der angeschlagenen FDP. Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ist überzeugt, dass ihre Partei nach den jüngsten Wahlniederlagen der Liberalen nun deren Anhänger für sich gewinnen kann. Gleichzeitig lehnte sie Forderungen ab, die Amtszeit des Ministerpräsidenten aufzuteilen, um die anhaltende politische Blockade zu überwinden.

Die FDP war in Baden-Württemberg einst deutlich stärker vertreten. Zwischen 2016 und 2021 setzte die Partei vor allem auf wirtschaftliche Freiheit, Digitalisierung und marktwirtschaftliche Klimapolitik. Sie richtete ihren Fokus auf Wirtschaftsstandorte wie Stuttgart und das Neckartal, forderte Steuersenkungen und den Abbau von Bürokratie. Durch die Jugendarbeit der Jungen Liberalen und lokale Persönlichkeiten wie den Parteivorsitzenden Michael Blos steigerte die FDP ihren Stimmenanteil von 5,3 auf 9,8 Prozent bei der Wahl 2021.

Haßelmann wirft der FDP nun vor, ihre Kernthemen nicht überzeugend umgesetzt zu haben. Diese Schwäche biete den Grünen, die bei der letzten Wahl knapp als Sieger hervorgingen, eine Chance. Trotz des knappen Ergebnisses bestehe sie darauf, den Ministerpräsidentenposten ohne Kompromisse zu besetzen.

Der Unionsfraktionschef Jens Spahn hatte kürzlich vorgeschlagen, die Amtszeit des Ministerpräsidenten zu teilen, um die Pattsituation im Stuttgarter Landtag zu lösen. Haßelmann wies diesen Vorschlag umgehend zurück und unterstrich damit den Anspruch ihrer Partei auf die uneingeschränkte Kontrolle über das Amt.

Die Grünen nutzen den Niedergang der FDP gezielt, um deren traditionelle Wählergruppe an sich zu binden. Haßelmanns Ablehnung einer geteilten Regierungsführung zeigt einen klaren Führungsanspruch. Angesichts des schwindenden Einflusses der FDP scheinen die Grünen zuversichtlich, ihre Position in der politischen Landschaft Baden-Württembergs weiter auszubauen.

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