Grüne stoppen Homöopathie-Erstattung – Özdemir unter Druck
Karl-Friedrich WielochGrüne stoppen Homöopathie-Erstattung – Özdemir unter Druck
Grüne sagen Nein zu Homöopathie und mehr
Ankündigung: Nach jahrelangen Debatten steht die Entscheidung der Grünen fest: Krankenkassen sollen Homöopathie nicht länger bezahlen. Das könnte für Cem Özdemir zum Problem werden.
Die Grünen haben sich klar gegen die öffentliche Finanzierung homöopathischer Behandlungen positioniert. Auf dem Bundesparteitag in Hannover stimmten die Delegierten mit großer Mehrheit dafür, dass Krankenkassen solche Mittel künftig nicht mehr erstatten dürfen. Die Entscheidung folgt auf jahrelange interne Diskussionen innerhalb der Partei.
Der Antrag wurde nach einem langen internen Streit mit deutlicher Mehrheit angenommen. Parteimitglieder argumentierten, dass steuerfinanzierte Versicherungen keine Therapien bezahlen sollten, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist. In ihrer Begründung heißt es, die „solidargemeinschaftlich organisierte Krankenversicherung“ dürfe keine Kosten für Behandlungen tragen, die nicht besser wirken als Placebos.
Einige Ortsverbände lehnten den Beschluss ab. Nina Freund aus Tempelhof-Schöneberg kritisierte den früheren Kompromissvorschlag der Parteiführung, der eine Erstattung nur über freiwillige Zusatzversicherungen vorgesehen hätte. Zudem sprach sie sich gegen die im Antrag geforderte verstärkte Forschungsförderung für Homöopathie aus.
Besonders deutlich positionierte sich Paula Piechotta, Ärztin und Abgeordnete aus Leipzig, gegen die öffentliche Finanzierung. Sie bestand darauf, dass Krankenkassen nur für Therapien mit nachgewiesener Wirkung zahlen sollten. Die Parteispitze hatte das Thema zunächst umschiffen wollen, sah sich jedoch mit massivem Widerstand der Basis konfrontiert.
Die Entscheidung könnte für die Grünen vor allem in Baden-Württemberg Folgen haben, wo die Homöopathie auf breite Unterstützung stößt. Nach der neuen Regelung werden gesetzliche Krankenkassen solche Behandlungen nicht mehr übernehmen. Die Haltung der Partei entspricht damit der wissenschaftlichen Skepsis gegenüber homöopathischen Mitteln.






