Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliches Führungsteam nach Wahlniederlage
Karl-Friedrich WielochGrüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliches Führungsteam nach Wahlniederlage
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben nach einer schwierigen Landtagswahl erstmals ein rein weibliches Führungsteam gewählt. Die Partei erreichte nur 7,9 Prozent der Stimmen, verlor damit ihre Regierungsbeteiligung, behält aber zehn Sitze im neuen Landtag. Spitzenkandidatin Katrin Eder bezeichnete das Ergebnis trotz des Rückschlags als einen Moment des Stolzes.
Auf einem Landesparteitag wählten die Grünen nach der Wahl eine neue Führung. Carolin Cloos, Vertreterin aus Worms, gewann eine der beiden Co-Vorsitzenden-Positionen mit 72,28 Prozent der Stimmen. Die 33-jährige Politikerin Christin Sauer aus Mainz sicherte sich den anderen Posten mit absoluter Mehrheit.
Der scheidende Landesvorsitzende Paul Bunjes betonte, die Partei werde sich künftig stärker für benachteiligte Gruppen einsetzen. Er unterstrich die Notwendigkeit, Menschen ohne politische Stimme zu vertreten. Sauer hingegen setzte den Schwerpunkt auf den Wiederaufbau von Vertrauen durch lokale Präsenz und steckte das Ziel, bis 2031 wieder an der Regierung beteiligt zu sein.
Eder, die nun die Grün-Fraktion im Mainzer Landtag führt, nannte das Wahlergebnis zwar enttäuschend, versprach aber, die Regierung aus der Opposition heraus voranzubringen. Sie kündigte eine aktive Kontrollfunktion und konstruktiven Druck auf die regierenden Parteien an.
Die Grünen verfügen nun über zehn Sitze im Landtag, mit Eder als neue Fraktionsvorsitzende. Das rein weibliche Führungsteam markiert einen historischen Wandel, während die Partei sich darauf vorbereitet, aus der Opposition heraus Politik mitzugestalten. Im Fokus stehen lokale Verankerung und die Rückgewinnung des Wählervertrauens vor künftigen Wahlen.






