Gesundheitsbranche fordert höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Süßgetränke
Karl-Friedrich WielochGesundheitsbranche fordert höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Süßgetränke
Führende Vertreter des deutschen Gesundheitswesens haben vorgeschlagen, die Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke zu erhöhen, um die finanziell angeschlagene gesetzliche Krankenversicherung zu stabilisieren. Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV), argumentiert, dass höhere Preise für diese Produkte nicht nur die öffentliche Gesundheit verbessern, sondern auch dringend benötigte Einnahmen generieren würden. Der Vorstoß findet Unterstützung bei den Krankenkassen, die auf die finanziellen und menschlichen Kosten hinweisen, die durch rauchbedingte Erkrankungen entstehen.
Gassen schlug vor, den Preis für eine Schachtel Zigaretten oder eine Flasche Wein um etwa zwei Euro zu erhöhen. Dies würde seiner Meinung nach niemanden in die Armut treiben, sondern vielmehr als Abschreckung wirken und gesundheitliche Probleme verringern, die mit Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum zusammenhängen. Zudem empfahl die KBV, die Finanzierung von Leistungen, die nicht direkt versicherungsbezogen sind – wie etwa das Krankengeld –, auf die allgemeine Steuerlast zu verlagern, um die gesetzliche Krankenversicherung zu entlasten.
Ulrike Elsner, Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), wies darauf hin, dass das Rauchen in Deutschland jährlich mehr als 130.000 Menschen das Leben kostet. Sie betonte, dass Zigaretten hierzulande im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern noch immer günstig seien, was eine Steuererhöhung sinnvoll mache. Elsner schlug vor, die zusätzlichen Einnahmen zu nutzen, um die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel und medizinische Hilfsmittel von 19 auf 7 Prozent zu senken – eine Maßnahme, die der gesetzlichen Krankenversicherung jährlich rund sieben Milliarden Euro sparen könnte.
Gassen kritisierte jedoch den separaten Vorschlag der SPD, eine Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte zu erheben. Eine solche Regelung sei seiner Ansicht nach weniger wirksam als gezielte Abgaben auf schädliche Produkte wie Tabak und Alkohol.
Ziel der Vorschläge ist es, die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren und gleichzeitig ungesunde Verhaltensweisen einzudämmen. Sollten die höheren Steuern auf Zigaretten, Alkohol und zuckerhaltige Getränke umgesetzt werden, könnten sie nicht nur zusätzliche Mittel einbringen, sondern auch vermeidbare Krankheiten reduzieren. Nun bleibt abzuwarten, ob die Politik diese Empfehlungen in künftige Haushaltspläne aufnehmen wird.






