Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für armutsbedingte Straftaten
Karl-Friedrich WielochFürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für armutsbedingte Straftaten
Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag mit dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ eingebracht. Darin fordert er, dass Täter, die aus Armut straffällig werden, Unterstützung statt Bestrafung erhalten sollen. Über den Vorschlag wird am 1. Juli 2023 abgestimmt.
Der Antrag entstand im Zuge von Diskussionen über Schwarzfahren im Öffentlichen Nahverkehr. Viele der Betroffenen können sich keine Tickets leisten – ein deutlicher Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Armut und Kleinkriminalität. Der Jugendrat argumentiert, dass junge Menschen in schwierigen Lebenslagen gezielte Hilfe benötigen, um Rückfälle zu vermeiden.
Alexander Bohn, der Vorsitzende des Jugendrats, betonte die Bedeutung von aufsuchender Jugendarbeit. Mobile Jugendteams und Streetwork könnten seiner Meinung nach entscheidende Unterstützung leisten. Seine Stellvertreterin Julia Dierauf pflichtete ihm bei und erklärte, dass frühzeitige Prävention Kriminalität von vornherein verhindern könne.
Der Antrag thematisiert zudem sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Clemens Trompke, Mitglied im Vorstand, bezeichnete das Problem als zunehmend besorgniserregend. Um gegenzusteuern, schlägt der Jugendrat eine zentrale Meldestelle für Betroffene vor. Zunächst soll ein System ohne zusätzliches Personal getestet werden, um den Bedarf zu ermitteln und einen flächendeckenden Zugang zu gewährleisten.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die frühzeitige Einbindung der Jugendhilfe in Strafverfahren. Dadurch sollen junge Straftäter begleitet und vor weiteren Konflikten mit dem Gesetz bewahrt werden.
Der Antrag verbindet praktische Lösungsansätze mit einem Fokus auf Prävention. Wird er angenommen, könnte er die Art und Weise verändern, wie die Stadt mit armutsbedingter Kriminalität und Gewalt umgeht. Die Debatte am 1. Juli wird über das weitere Vorgehen entscheiden.
