Frauenpfahl am Bodensee: Wo dunkle Geschichte auf Halloween-Touristen trifft
Karl-Friedrich WielochFrauenpfahl am Bodensee: Wo dunkle Geschichte auf Halloween-Touristen trifft
Ein weißer Gitterball auf einem Pfahl markiert den Frauenpfahl am Bodensee – ein düsteres Mahnmal seiner Vergangenheit. Hier wurden einst Frauen durch Ertränken hingerichtet, oft wegen Diebstahls oder Ehebruchs. Heute zieht der Ort Besucher an, die sich von seiner dunklen Geschichte faszinieren lassen – besonders zu Halloween.
Der Frauenpfahl war zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert in deutschsprachigen Regionen eine Methode der Hinrichtung. Frauen wurden an den Pfahl gebunden und dem Ertrinken überlassen, manchmal sogar in Säcke eingenäht – zusammen mit Tieren. Ein dokumentierter Fall betrifft Apollonia, eine Diebin, die am 9. November 1532 hier ihr Leben verlor.
Lokale Sagen verstärken den unheimlichen Ruf des Ortes. Die Legende vom Gnadensee erzählt von einer Frau, die zum Tode verurteilt wurde, weil sie versucht hatte, mit ihrem Baby über den See zu schwimmen. Sie sollte zum Frauenpfahl gebracht werden, doch im letzten Moment rettete sie die Gnade eines Abtes.
Doch der Bodensee hat zu Halloween noch mehr zu bieten: Besucher können den Konstanzer Münster oder die Blumeninsel Mainau erkunden. Für Abendtouren empfiehlt sich warme Kleidung und eine Taschenlampe – und in den nahegelegenen Cafés lässt sich nach dem gruseligen Ausflug gemütlich auftauen.
Der Frauenpfahl bleibt ein bekanntes Wahrzeichen, das Geschichte und modernen Tourismus verbindet. Seine Geschichten von Strafe und Überleben faszinieren die Besucher bis heute. Zusammen mit anderen Attraktionen der Region macht er den Bodensee zu einem beliebten Ziel in der Halloween-Zeit.






