07 May 2026, 06:18

Frauen prägen die Apothekenbranche – doch strukturelle Hürden bleiben ungelöst

Eine Apothekerin in einem weißen Laborkittel steht einer sitzenden Frau in einer Apotheke gegenüber, mit Regalen voller Schachteln und Gegenständen im Hintergrund.

Frauen prägen die Apothekenbranche – doch strukturelle Hürden bleiben ungelöst

Frauen dominieren die Apothekenbranche in Deutschland – doch strukturelle Hürden bleiben

Fast 90 Prozent der Beschäftigten in deutschen Apotheken sind Frauen. Zum Internationalen Frauentag betonte Adexa, der Verband für Apothekenpersonal, ihre zentrale Rolle in der Patientenversorgung und Arzneimittelsicherheit. Doch trotz ihrer hohen Zahl kämpfen sie weiterhin mit strukturellen Problemen – von Lohnungleichheit bis zu Karrierebarrieren.

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2024 arbeiteten rund 162.000 Menschen in deutschen Apotheken, davon 89,2 Prozent Frauen. Bei den Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) liegt der Frauenanteil bei 96,6 Prozent, bei den Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sogar bei 97,5 Prozent. Selbst unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern sind 74,1 Prozent weiblich, und 74,8 Prozent der Auszubildenden sind Frauen.

Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa, unterstrich, dass Frauen den Großteil der Patientenberatung, der Arzneimittelprüfungen und organisatorischen Aufgaben tragen. Gleichzeitig übernehmen sie im Privatleben oft den Löwenanteil an Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen – Verpflichtungen, die ihre berufliche Entwicklung und finanzielle Absicherung häufig einschränken.

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen beträgt in Deutschland 16 Prozent; Frauen verdienen in vergleichbaren Positionen 4,10 Euro weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen. Kratt forderte, dass die gesellschaftliche Anerkennung der Leistungen von Frauen mit der Bekämpfung systematischer Benachteiligung einhergehen müsse. Sie plädierte für bessere Arbeitsbedingungen und faire Chancen in den Apotheken, wo Frauen das Rückgrat des täglichen Betriebs bilden.

Apothekerinnen, PTA und PKA sorgen Tag für Tag dafür, dass Patientinnen und Patienten fachkundige Beratung und sicheren Zugang zu Medikamenten erhalten. Angesichts ihres überwältigenden Anteils an der Belegschaft zielen Adexas Forderungen nach Gleichberechtigung und verbesserten Rahmenbedingungen darauf ab, ihre unverzichtbare Rolle widerzuspiegeln. Der Druck zur Veränderung wächst – in einer Branche, die in hohem Maße von ihrem Fachwissen und Engagement abhängt.

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