07 January 2026, 14:54

FDP kämpft um Comeback: Radikale Ideen und schwache Umfragewerte vor Landtagswahlen

Ein Plakat mit einem Mann und dem Text "DIESEN MANN IST DEIN FREUND" oben und "ER KÄMPFT FÜR DIE FREIHEIT" unten.

FDP kämpft um Comeback: Radikale Ideen und schwache Umfragewerte vor Landtagswahlen

Die Freie Demokratische Partei (FDP) steht vor einem schwierigen Start ins Jahr 2026. Nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag bei der Bundestagswahl im vergangenen Frühjahr kämpft die politische Partei nun in Landesumfragen – kurz vor entscheidenden Regionalwahlen. Die erste große Bewährungsprobe steht in Baden-Württemberg an, wo die Umfragewerte zwischen fünf und sieben Prozent liegen – weit entfernt von den Hochphasen der Wiederbelebung im Jahr 2017.

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Der neue FDP-Vorsitzende, Christian Dürr, tut sich schwer damit, der Partei eine klare Richtung zu geben. Sein Vorschlag, jedes seit dem Jahr 2000 beschlossene Gesetz abzuschaffen – mit der Begründung, nur das wirklich Notwendige würde sich dann als solches erweisen –, stößt auf gemischte Reaktionen. Unterdessen fordert der alternde Spitzenkandidat der baden-württembergischen FDP, Hans-Ulrich Rülke, radikale Kürzungen im Behördenapparat, insbesondere in ländlichen Regionen.

Im Nachbarland Rheinland-Pfalz sieht die Lage noch düsterer aus: Hier liegt die FDP in den Umfragen bei nur drei Prozent. Zudem werden interne Spannungen sichtbar. Bei einer jüngeren öffentlichen Veranstaltung lieferten sich die prominenten Parteimitglieder Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki scharfe Wortgefechte über jüngere Kollegen – ein Zeichen, das wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft der politischen Partei macht. Ein radikaler Flügel in der FDP-nahen Jugendorganisation Liberale Kapitalisten geht noch weiter und fordert eine Rückkehr zu einem Sozialstaat vor Bismarck – eine extreme Auslegung des offiziellen Parteimottos „Zurück in die Zukunft“. Diese Haltung fand auf einem Landesparteitag in Fellbach Anklang, wo Alejandro Cacace, der argentinische Deregulierungsstaatssekretär, mit stehenden Ovationen bedacht wurde. Cacace, eine Schlüsselfigur in der libertären Regierung von Präsident Javier Milei, wirbt für den Abbau von Vorschriften – und nannte selbst Argentiniens Exportregeln für Knoblauch als Beispiel für überflüssige Bürokratie. Sein Schlachtruf „¡Afuera!“ (Weg damit!) fand bei Teilen der FDP-Basis Widerhall, doch bleibt ungewiss, ob die politische Partei damit breitere Wählerkreise erreichen kann – besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen.

Der Weg der FDP zurück in die politische Relevanz erscheint steil. Mit schwachen Umfragewerten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz muss die politische Partei nun beweisen, dass sie außerhalb des Bundestags wieder an Boden gewinnen kann. Ob Dürrs radikale Vorschläge oder Rülkes Reformagenda die Wende bringen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.