Europas größte Genomdatenbank entsteht – ein Meilenstein für die Medizin
Eberhard KuhlEuropas größte Genomdatenbank entsteht – ein Meilenstein für die Medizin
Europäisches Großprojekt: Aufbau der größten Genomdatenbank des Kontinents
Ein ambitioniertes europäisches Vorhaben zur Schaffung der größten Genomdatenbank des Kontinents hat begonnen. Das "Genome of Europe"-Projekt läuft über 42 Monate und vereint 49 Partner aus 27 Ländern. Ziel ist es, eine Referenzdatenbank zu erstellen, die die genetische Vielfalt Europas abbildet – durch die Zusammenführung bereits vorhandener und neu erhobener Genomdaten.
In der ersten Phase werden die Genome von über 100.000 Menschen sequenziert. Teilnehmende sind Personen unterschiedlicher Nationalitäten, Krebspatient:innen sowie Menschen mit seltenen Erkrankungen. Jedes Genom wird dabei vollständig mittels Ganzgenomsequenzierung entschlüsselt.
Die Gesamtförderung beläuft sich auf rund 45 Millionen Euro, die je zur Hälfte von der EU und den Mitgliedstaaten getragen werden. Deutschlands Beitrag fließt über das Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik Tübingen – die einzige deutsche Sequenziereinrichtung im Projekt. Die Tübinger Beteiligung wird mit knapp 6 Millionen Euro gefördert, aufgeteilt zwischen der EU und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Professor Olaf Rieß, Direktor des Tübinger Instituts, betont die Bedeutung des Projekts für die personalisierte Medizin. Die Datenbank ist Teil einer größeren europäischen Initiative, die mindestens eine Million Genome sammeln will. Durch die Verknüpfung vielfältiger Datensätze soll die medizinische Forschung und Behandlung in ganz Europa vorangetrieben werden.
Das "Genome of Europe"-Projekt schafft eine präzise genomische Referenz für zukünftige medizinische Studien. Mit 49 Partnern wird die Datenbank zu einer zentralen Ressource für Innovationen im Gesundheitswesen. Erste Ergebnisse werden in den kommenden dreieinhalb Jahren erwartet.






