Düsseldorf gibt teuren Opern-Neubau auf und setzt auf Modernisierung
Svenja HeringDüsseldorf gibt teuren Opern-Neubau auf und setzt auf Modernisierung
Pläne für ein neues Opernhaus in Düsseldorf gescheitert – Modernisierung des Bestandsbaus statt Neubau
Die Pläne für ein neues Opernhaus in Düsseldorf sind wegen explodierender Kosten aufgegeben worden. Die Stadt setzt stattdessen auf die Modernisierung ihres bestehenden Nachkriegsbaus. Unterdessen entsteht in Rostock ein neues Theater, während das historische Volkstheater erhalten bleibt.
Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Opernhaus aus der Nachkriegszeit durch einen von Snøhetta entworfenen Neubau für 1,8 Milliarden Euro ersetzen. Doch nach massiven Kostensteigerungen wurde das Projekt gestoppt. Das vorgesehene Grundstück am Wehrhahn, das für den Neubau reserviert war, wurde nun wieder der Stadt übergeben. Stattdessen sollen zwischen 400 und 500 Millionen Euro in die Sanierung des aktuellen Opernhauses im Hofgarten fließen. Das von raumwerk vorgeschlagene Konzept „Blau-Grüner Ring“ sieht vor, den Bau von 1956 mit einer zweiten Hülle zu ummanteln, das Foyer zu erweitern und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Durch Landschaftsarchitektur könnte das Opernhaus zudem optisch mit der benachbarten Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen verbunden werden.
In Rostock hatte die regierende CDU ursprünglich geplant, das Volkstheater abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Das 1943 errichtete Gebäude wurde jedoch gerettet, nachdem das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin es unter Schutz gestellt hatte. Dennoch entsteht in der Stadt ein neues, von Hascher Jehle entworfenes Theater für 208 Millionen Euro – die Bauarbeiten laufen bereits.
Während Düsseldorf nach dem Scheitern eines teuren Neubaus auf die Modernisierung des bestehenden Opernhauses setzt, behält Rostock sein denkmalgeschütztes Volkstheater und ergänzt es um einen neuen Spielort. Beide Städte passen ihre Kulturinfrastruktur an finanzielle und historische Rahmenbedingungen an.
