23 May 2026, 02:30

Dobrindt lehnt Machtängste vor der AfD ab – doch die Warnungen bleiben

Innerminister Dobrindt: Warnungen vor AfD-Putsch sind Schreckschuss

Dobrindt lehnt Machtängste vor der AfD ab – doch die Warnungen bleiben

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Befürchtungen eines Machtanspruchs der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) zurückgewiesen. Diese Sorgen waren nach jüngsten Warnungen von Landesbeamten laut geworden. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen in Ostdeutschland, wo die AfD im Falle eines Sieg mit weitreichenden Umgestaltungen der Landesverwaltungen droht.

Dobrindt, Mitglied der CSU, kritisierte, was er als „Untergangsszenarien“ im Zusammenhang mit einem möglichen Machtgewinn der AfD bezeichnete. Es ergebe wenig Sinn, sich auf eine unwahrscheinliche Alleinregierung der Partei vorzubereiten, betonte er. Stattdessen forderte er politische Anstrengungen, um die AfD generell von Regierungsbeteiligungen in Koalitionen fernzuhalten.

Der Minister lehnte zudem Vorschläge ab, Sicherheitsvorkehrungen einzuführen, die verhindern sollen, dass sensible Sicherheitsinformationen an die AfD gelangen, falls diese an Einfluss gewinnt. Zwar räumte er ein, dass es seit Langem Desinformationskampagnen in sozialen Medien gebe – einschließlich ausländischer Einmischungsversuche –, doch gebe es keine Belege für ernsthafte externe Manipulationsversuche im Vorfeld der Landtagswahlen.

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Seine Aussagen folgten auf eine Warnung des thüringischen Innenministers Georg Maier (SPD), der vor einem möglichen „Putschversuch“ der AfD gewarnt hatte. Ausgelöst wurde der Alarm durch Ulrich Siegmund, den Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt, der ankündigte, 150 bis 200 Stellen in der Landesverwaltung durch eigene Leute zu ersetzen, falls seine Partei die Wahl gewinnt. Dobrindt jedoch betonte, dass vor der Abstimmung keine ungewöhnliche Zunahme solcher Aktivitäten festgestellt worden sei.

Anstatt sich auf worst-case-Szenarien zu konzentrieren, unterstrich Dobrindt die Bedeutung, politische Mehrheiten zu schaffen, die die AfD vollständig von der Regierungsmacht fernhalten. Er rief zu proaktiven Maßnahmen auf, um sicherzustellen, dass die Partei keine Machtpositionen erlangt.

Dobrindts Haltung steht im Kontrast zu den Warnungen anderer Amtsträger vor den Ambitionen der AfD. Seine Äußerungen signalisieren Vertrauen in die bestehenden politischen Prozesse, um dem Einfluss der Partei entgegenzuwirken. Die Debatte spiegelt die Spannungen wider, wie mit dem wachsenden Zuspruch für die AfD in den ostdeutschen Bundesländern umgegangen werden soll.

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