Deutschland schiebt Straftäter erstmals wieder nach Syrien ab – was das bedeutet
Marika HeinzStrafbare Ausländer: Lorek fordert Druck auf Heimatländer - Deutschland schiebt Straftäter erstmals wieder nach Syrien ab – was das bedeutet
Deutschland hat nach langer Pause die Abschiebung von ausländischen Straftätern nach Syrien wiederaufgenommen. Die Praxis war 2011 wegen des Bürgerkriegs ausgesetzt worden, wurde jedoch Ende 2024 wieder eingeführt. Seither haben die Ausländerbehörden eine geringe Anzahl von Abschiebungen durchgeführt – bis Anfang 2026 sind mindestens vier Fälle bestätigt.
Die Entscheidung zur Wiederaufnahme der Abschiebungen folgte auf jahrelange Aussetzung. Zwischen 2011 und 2024 wurden keine Straftäter nach Syrien zurückgeführt, da der anhaltende Konflikt dies unmöglich machte. Erst im Dezember 2025 begannen die Ausländerbehörden erneut, Abschiebungen durchzusetzen.
Eine spezielle Taskforce in Baden-Württemberg bearbeitet derzeit fast 900 Fälle mit gefährlichen ausländischen Staatsangehörigen. Diese Einheit hat bereits 585 Ausweisungen veranlasst und in 341 Fällen die Identität der Verdächtigen überprüft. In den vergangenen acht Jahren hat dieselbe Behörde 618 Straftäter und wiederkehrende Hochrisikopersonen abgeschoben.
Alleine in Baden-Württemberg droht 33 syrischen Straftätern nun die Abschiebung. Einige von ihnen befinden sich noch in Haft, während ihre Fälle bearbeitet werden. Trotz der erneuerten Praxis gibt es keine offizielle Gesamtzahl aller Abschiebungen nach Syrien seit Ende 2024. Berichten zufolge erfolgte Anfang 2026 lediglich eine aktuelle Abschiebung per Flug nach Damaskus.
Die Wiederaufnahme der Abschiebungen markiert einen Kurswechsel in Deutschlands Umgang mit ausländischen Straftätern. Bisher wurden vier Personen nach Syrien zurückgeführt, weitere Fälle werden geprüft. Die Ausländerbehörden bearbeiten bundesweit Hunderte ausstehender Abschiebungen.






