Deutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatsschutz-Ermittlungen
Svenja HeringDeutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatsschutz-Ermittlungen
Deutsche Flaggen in NRW: Weidel verbreitet falsche Angaben zu Ermittlungen des Staatsschutzes
Teaser: Laut Weltwoche und einigen AfD-Politikern ermittelt der Staatsschutz in Nordrhein-Westfalen wegen deutscher Flaggen. Warum das nicht stimmt – eine Einordnung.
21. November 2025, 13:26 Uhr
Eine rechtsextreme Online-Kampagne unter dem Hashtag #HißtDieFlagge gewinnt in Deutschland an Fahrt. AfD-Politiker und extremistische Akteure rufen dazu auf, deutsche Flaggen zu zeigen. Ursprünglich eine britische Proteststrategie der LGBTQ+-Bewegung, wurde die Aktion nun von rechtsextremen Gruppen vereinnahmt. Berichten zufolge prüft der Verfassungsschutz Flaggenaufhängungen in zwei Städten Nordrhein-Westfalens – doch direkte juristische Konsequenzen wegen der Flaggen selbst gab es nicht.
Die Kampagne entstand in Großbritannien als #RaiseTheColours, unterstützt von LGBTQ+-Organisationen wie Stonewall UK, ILGA-Europe und Aktivisten wie Peter Tatchell. Zwischen 2023 und 2024 wurden damit Regenbogenflaggen an öffentlichen Gebäuden gehisst, um gegen anti-LGBTQ+-Gesetze in Ländern wie Ungarn und Russland zu protestieren. Nun haben rechtsextreme Gruppen in Deutschland – darunter Lukreta, die Junge Alternative, die Identitäre Bewegung und der Aktivist Martin Sellner – die Taktik übernommen und unter #HißtDieFlagge neu aufgelegt. Finanzielle Unterstützung kommt von der rechtsextremen Partei Britain First.
AfD-Chefin Alice Weidel warb kürzlich für die Kampagne und behauptete in einer Rede, der Staatsschutz ermittelte in Nordrhein-Westfalen wegen des Zeigens deutscher Flaggen. Ein Ausschnitt ihrer Äußerungen verbreitete sich rasant – allein auf Instagram erhielt er über 100.000 Likes unter dem Hashtag. Doch die beiden genannten Fälle in Nachrodt-Wiblingwerde und Hilchenbach betreffen keine Ermittlungen ausschließlich wegen der Flaggen: In Nachrodt-Wiblingwerde geht es um einen Hausfriedensbruch im Zusammenhang mit dem Hissen einer Flagge auf Privatgrund. In Hilchenbach wurde überhaupt kein Verfahren eingeleitet. Nach deutschem Recht ist das Zeigen nicht verbotener Flaggen grundsätzlich legal, sofern keine weiteren Straftatbestände erfüllt sind. Das Schweizer Magazin Weltwoche berichtete zwar über eine Beteiligung des Staatsschutzes, doch Anklagen wegen der Flaggen selbst gibt es nicht.
Die #HißtDieFlagge-Kampagne verbreitet sich weiter in rechtsextremen Netzwerken und wird von AfD-Vertretern verstärkt. Zwar hat der Verfassungsschutz Vorfälle in zwei Städten geprüft – im Mittelpunkt stehen dabei jedoch nicht die Flaggen allein. Rechtsexperten bestätigen: Das Zeigen der deutschen Flagge bleibt erlaubt, solange es nicht mit strafbaren Handlungen einhergeht.






