15 January 2026, 15:35

CDU setzt auf türkise Plakate und Bodenständigkeit im neuen Wahlkampfstil

Eine Schwarz-Weiß-Anzeige für den Sulu Markt, die Texte und Bilder verschiedener Gegenstände zeigt.

"Der Normale": CDU wirbt mit Hagel als Mann von der Mitte - CDU setzt auf türkise Plakate und Bodenständigkeit im neuen Wahlkampfstil

Die CDU hat ihre Wahlkampfstrategie vor der Landtagswahl grundlegend überarbeitet, um sich an die neuen, strengen EU-Vorschriften für politische Werbung anzupassen. Die auffälligen, Aufmerksamkeit erregenden Plakate vergangener Jahre sind verschwunden – ersetzt durch schlichte Designs und einen Fokus auf den Kandidaten Manuel Hagel, der als sympathische und bodenständige Figur präsentiert wird. Die Änderungen erfolgen zu einer Zeit, in der Online-Plattformen wie Meta politische Werbung komplett einstellen und die Parteien gezwungen sind, ihre Wähleransprache neu zu denken.

Der Wahlkampf der Union setzt nun auf großflächige Plakate, die Hagel in alltagsnahen Situationen zeigen – auf Baustellen, Wochenmärkten oder mitten unter Bürgern. Die Bilder sollen ihn als "Typ von nebenan" inszenieren, ein bewusster Bruch mit der klassischen politischen Selbstdarstellung. Daneben finden sich knappe Botschaften zu zentralen politischen Themen, wobei nur der Parteiname und Hagels Name herausgestellt werden.

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Die neuen EU-Regeln, die in diesem Jahr in Kraft traten, verlangen, dass alle bezahlten politischen Anzeigen deutlich gekennzeichnet sein müssen. Sie schreiben vor, dass Finanzierungsquellen, genaue Ausgaben und eine mögliche zielgruppenspezifische Ausrichtung offengelegt werden. In der Folge haben Meta und andere große Plattformen politische Werbung vollständig eingestellt und damit einen wichtigen Kanal für die Wähleransprache abgeschnitten. Die digitale Reichweite der CDU ist auf dem Stand vor den Regelungen eingefroren, was die Verbreitung ihrer Botschaften im Netz stark einschränkt. Als Reaktion setzt die Partei verstärkt auf klassischen Wahlkampf: Die Farbe Türkis – offiziell "Cadenabbia" genannt, nach Konrad Adenauers bevorzugtem Urlaubsort – dominiert nun Plakate, Flugblätter und Banner. Die Farbwahl knüpft an die Parteigeschichte an, verleiht den Materialien aber gleichzeitig einen modernen Look. Kein einzelner EU-Vertreter hat die neuen Regeln abgesegnet; sie entstanden vielmehr im Rahmen der rotierenden Ratspräsidentschaft, die derzeit Zypern unter Außenminister Constantinos Kombos innehat. Auch der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, ist an der Umsetzung solcher Maßnahmen beteiligt, ohne dass eine einzelne Person als alleinige Entscheidungsinstanz genannt wird.

Die überarbeitete Strategie der CDU zeigt, wie sich Parteien an die verschärften Transparenzvorgaben anpassen. Da Online-Werbung eingeschränkt und die Unterstützung durch Plattformen weggebrochen ist, gewinnen traditionelle Methoden wie Plakate und lokale Veranstaltungen wieder an Bedeutung. Der Fokus auf Hagels authentisches Image und die markante türkisfarbene Gestaltung spiegelt einen größeren Wandel wider: Wahlkämpfe funktionieren unter den strengeren Regeln heute anders.