CDU-Kritik an Prostituiertenschutz-Kommission: "Einseitig und realitätsfremd"
Karl-Friedrich WielochCDU-Kritik an Prostituiertenschutz-Kommission: "Einseitig und realitätsfremd"
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und frauenpolitischer Sprecher der Union, hat eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Kommission scharf kritisiert. Die Kommission prüft mögliche Reformen des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes. Krings wirft ihr vor, mit ihrer Zusammensetzung ein einseitiges Bild der Branche zu vermitteln.
Die CDU/CSU-Fraktion bezeichnet die Besetzung der Kommission als „tief enttäuschend und rätselhaft“. Krings argumentiert, sie bevorzuge bestimmte Standpunkte und blende die Realitäten der Prostitution in Deutschland weitgehend aus.
Zudem stellt er den Vorsitzenden der Kommission infrage und wirft ihm vor, fragwürdige Studien zu fördern. Ein umstrittenes Gutachten der Kommission kommt etwa zu dem Schluss, dass 25 Prozent der Sexarbeiter:innen über einen Hochschulabschluss verfügen und 80 Prozent krankenversichert seien. Krings hält diese Zahlen für nicht repräsentativ – sie spiegelten lediglich einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider.
Laut Krings zeigen offizielle Daten, dass nur etwa zehn Prozent der Sexarbeiter:innen angemeldet sind. Hinzu komme, dass bundesweit lediglich 50 von ihnen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien.
Die CDU/CSU wirft der Kommission vor, die tatsächlichen Verhältnisse in der Prostitution zu verzerren. Angesichts der Vorbehalte könnten ihre Ergebnisse und Empfehlungen nun auf verstärkten Widerstand stoßen.
