Boris Palmer rechtfertigt erneut N-Wort-Nutzung – trotz Austritt aus den Grünen
Eberhard KuhlPalmer wird weiterhin das 'N-Wort' verwenden - Boris Palmer rechtfertigt erneut N-Wort-Nutzung – trotz Austritt aus den Grünen
Boris Palmer, der parteilose Oberbürgermeister von Tübingen, hat erneut seine Verwendung des N-Worts verteidigt – trotz breiter Kritik. Seine jüngsten Äußerungen reihen sich ein in eine jahrelange Kontroverse, die 2021 in einem Disziplinarverfahren gipfelte und 2023 in seinem Austritt aus den Grünen.
Palmer geriet erstmals 2021 in die Schusslinie, nachdem er das N-Wort in einem Facebook-Post über den ehemaligen Fußballspieler Dennis Aogo verwendet hatte. Der Vorfall löste Ermittlungen und ein Disziplinarverfahren aus, doch Palmer behielt sein Amt. Ein Jahr später wurde er als parteiloser Kandidat wiedergewählt.
Im Mai 2023 verließ Palmer die Grünen nach einem weiteren Eklat bei einer Migrationskonferenz in Frankfurt. Als er das N-Wort erneut gebrauchte, skandierten Protestierende "Nazis raus", woraufhin die Partei ein Disziplinarverfahren einleitete. Palmer warf der neuen Generation der Grünen vor, sich zu stark auf Gender- und Identitätspolitik zu konzentrieren, und bezeichnete deren Sprachregelungen als kontraproduktiv. Zwar räumte er später ein, die Verwendung des Begriffs in Frankfurt sei ein Fehler gewesen, da sie die Gefahr berge, den Holocaust zu verharmlosen. Dennoch lehnt er die Vorstellung ab, dass das bloße Aussprechen eines Wortes Schaden anrichten könne. Er vergleicht das N-Wort mit anderen Tabubegriffen wie dem "Z-Wort" und argumentiert, dass beide je nach Kontext akzeptabel sein könnten.
Palmer bleibt Tübinger Oberbürgermeister und beharrt darauf, dass der Kontext entscheidet, ob das N-Wort beleidigend wirkt. Seine wiederholte Verwendung des Begriffs hält die Debatte am Leben – selbst nach seinem Austritt aus den Grünen. Die Frage spaltet weiterhin die Meinungen zu Sprache, Verantwortung und politischer Rechenschaftspflicht.






