09 February 2026, 15:11

Bistum Rottenburg-Stuttgart kämpft mit Finanzkrise und startet radikales Sparprogramm

Königin-Parish-Kirche in Manila, Philippinen, mit einem Namensschild an der Wand, einem Metallzaun, einem Tor, einer Straßenlaterne, einigen Pflanzen mit Blumen, einem Baum, einigen Drähten und einem bewölkten Himmel.

Druck auf die Kirche - Diözese kürzt erneut Mittel - Bistum Rottenburg-Stuttgart kämpft mit Finanzkrise und startet radikales Sparprogramm

Bistum Rottenburg-Stuttgart steckt in tiefer Finanzkrise – Sparprogramm 'Kirche der Zukunft' soll Rettung bringen

Das Bistum Rottenburg-Stuttgart kämpft mit einer schweren Finanzkrise, da die Einnahmen aus der Kirchensteuer weiter einbrechen. Um die Lage in den Griff zu bekommen, haben die Verantwortlichen ein umfassendes Sparprogramm unter dem Namen Kirche der Zukunft gestartet. Das Projekt zielt darauf ab, die Ausgaben zu senken, die Abläufe zu digitalisieren und die Zahl der Pfarreien von derzeit über 1.000 auf nur noch 50 bis 80 größere Einheiten bis 2030 zu reduzieren.

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Die Einnahmen aus der Kirchensteuer sind weit stärker zurückgegangen als erwartet, was das Bistum zum Handeln zwingt. Frühere Hoffnungen, die Finanzierung der Pfarreien bei 280 bis 290 Millionen Euro zu stabilisieren, haben sich zerschlagen. Stattdessen werden die Zuweisungen von 183 Millionen Euro im Jahr 2026 auf nur noch 167 Millionen Euro sinken, während die Gesamteinnahmen bis 2027 voraussichtlich auf 246 Millionen Euro fallen werden. Ohne Gegenmaßnahmen wären danach noch tiefere Kürzungen nötig.

Das Bistum greift bereits auf seine finanziellen Rücklagen zurück und entnimmt rund 40 Millionen Euro, um die Fehlbeträge auszugleichen. Auch die zentrale Verwaltung spart: Bis 2030 sollen die Personal- und Sachkosten um 10 Prozent gesenkt werden. Ein zentraler Bestandteil des Plans ist zudem der Abbau von 30 Prozent des kirchlichen Immobilienbestands.

Die Zusammenlegung der Pfarreien zu größeren Raumschaften (pastorale Räume) steckt noch in den Anfängen. Anfang 2026 war noch keine der über 1.000 Pfarreien offiziell fusioniert worden. Die örtlichen Gemeinden reichen derzeit Vorschläge ein, wie die Umstrukturierung konkret aussehen soll.

Das Projekt Kirche der Zukunft setzt ehrgeizige Ziele für Einsparungen und Reformen. Gelingt es, wird es die Strukturen des Bistums bis 2030 grundlegend verändern: mit weniger Gebäuden, mehr digitalen Angeboten und deutlich größeren Pfarreien. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob der Plan die Finanzen stabilisieren kann, bevor die Rücklagen aufgebraucht sind.