Berlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus
Karl-Friedrich WielochBerlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus
Vor dem Berliner Abgeordnetenhaus wird bald ein Platz den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen. Die offizielle Ehrung findet diese Woche statt, mit einer Würdigung durch den regierenden Bürgermeister Kai Wegner. Unterdessen werden die Abgeordneten die jüngsten Maifeierlichkeiten aufarbeiten, bei denen trotz überwiegend friedlichem Verlauf Dutzende vorläufig festgenommen wurden.
Die Feierstunde beginnt um 9:00 Uhr im Plenarsaal, wo Wegner eine Rede halten wird, in der er Friedländers Leben und Vermächtnis ehrt. Im Anschluss wird eine neue Namensplatte für den Platz enthüllt. Die Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses folgt um 11:00 Uhr – eine Stunde später als üblich.
In derselben Sitzung geht es auch um die Kundgebungen und Feiern zum 1. Mai. Die Polizei leitete rund 120 Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Verstößen gegen die öffentliche Ordnung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und sexueller Belästigung. Zwar verliefen die Veranstaltungen größtenteils friedlich, doch wurden mehrere Dutzend Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Friedländer, Ehrenbürgerin Berlins, überlebte den Holocaust und ist seit Langem eine prägende Stimme der Erinnerungskultur. Die Entscheidung, den Platz nach ihr zu benennen, unterstreicht ihre bleibende Bedeutung für die Stadt.
Die Umbenennung ist eine dauerhafte Hommage an Friedländers Wirken. Die Abgeordneten werden zudem die Vorfälle vom 1. Mai aufarbeiten, die zu Festnahmen und laufenden Ermittlungen führten. Im Parlament steht dabei die Abwägung zwischen öffentlicher Ordnung und dem Recht auf Versammlungsfreiheit im Mittelpunkt.






